20. Juli 2026

Die 5 Indizien, die bedeutsame Entwicklungen vorhersagen…
Für deine Arbeit, ein Geschäftsmodell, Investitionen genauso wie private Entscheidungen kommt immer wieder die Debatte auf: „Lasst uns xyz boykottieren, damit das nicht so kommt.“ oder „Lass xyz los. Es hat keinen Zweck.“
Das Problem ist: Menschen schauen sich nur ihren Ist-Zustand an, denken kurz über Konsequenzen und Risiken nach und argumentieren auf dieser Basis. Einige nehmen dazu auch Zahlen und Fakten der Vergangenheit als Beleg – und trotzdem kommen sie zu völlig bescheuerten Antworten, die in Wahrheit von ihren Ängsten, Vorurteilen, Gewohnheiten, sozialen Befangenheiten und dämlichem Herdenverhalten gesteuert werden und längst erkennbare Signale ignorieren.
Worauf können wir also schauen, um eine Entwicklung wie KI in ihrer Bedeutsamkeit für die Zukunft einschätzen zu können und frühzeitig sinnvolle Schlussfolgerungen daraus zu ziehen und zielführend zu handeln, statt Zeit mit Stillstand oder Boykott zu vergeuden?
Es gibt klare Indizien für eine zukünftige Welle der Entwicklung, die eine frühzeitige Einschätzung zulassen, wenngleich wir natürlich spätestens seit Sam Altman wissen, dass die Unternehmerpersönlichkeit der wichtigste Faktor einer erfolgreichen Entwicklung ist. Es sind diese Überlegungen, die Early-stage Investoren besonders erfolgreich machen, obwohl sie das größte Risiko eingehen.
1. Nutzeradaption
Wenn Menschen etwas das erste Mal in die Hand kriegen oder erfahren, wie intensiv nutzen sie es auf Anhieb? Vergleichen wir dazu Virtual Reality Brillen und das Smartphone. Beide waren einst nur für eine ganz kleine, nerdige Zielgruppe interessant, aber der große Unterschied war: diese Early Adopters nutzten das Smartphone den gesamten Tag, während eine VR-Brille nach wenigen Anwendungen in der Ecke lag. Die intensive Nutzungsdauer und das intuitive Erkennen und Erschaffen von Anwendungsfällen sind eines der besten Indizien für eine durch die Decke gehende Nachfrage. Entscheidend ist: erst liegt es in Hände der early adopter Nerds – sie sind fasziniert, wollen mehr und nerven ihr ganzes Umfeld damit, wie toll es ist. Ohne diese Dynamik entsteht niemals eine nennenswerte Nachfrage, deshalb sind die 100 Milliarden Dollar, die in VR-Brillen investiert wurden, bislang völlige Scheiße.
KI erfüllt dieses Kriterium bestens.
2. Generationenadaption
Nutzt es die jüngste Generation? Unternehmen weltweit orientieren sich für Weiterentwicklungen nicht an Erwachsenen, sie schauen, was Kinder wollen, denn nur so garantieren sie ihren Stakeholdern ein Weiterbestehen des Unternehmens über Jahrzehnte. Wenn Kinder es nicht nutzen (dürfen), wird es keinen nennenswerten Einfluss haben. Nutzen sie es wiederum nahezu täglich, ist die Welle unaufhaltsam, egal, wie sehr sich Erwachsene darüber aufregen. Kinder interessieren sich nicht für Urheberrechte, Altersbeschränkungen oder etablierte, erlaubte Alternativen. Sie nutzen, was ihnen Spaß macht und ihre Faulheit maximal bedient – und genau das wird sich zukünftig durchsetzen, weil genau dort Routinen, emotionale Bindung und Innovationen entwickelt werden, auf die Kinder bis ins Alter zurückgreifen werden.
KI erfüllt dieses Kriterium bestens.
3. Internationale Investitionen
Worin investieren die USA und China? Es ist vollkommen irrelevant, was Deutschland oder Europa entscheiden – es wird sich durchsetzen, worin das meiste Geld fließt und was die oben genannten Kriterien erfüllt, denn früher oder später müssen sich europäische Unternehmen anpassen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Moral kann noch so hoch sein: Newcomer nutzen die neue (meist günstigere, effizientere) Technologie und machen die sich sträubenden Unternehmen überflüssig oder überteuert.
KI erfüllt dieses Kriterium bestens mit allein über 630 Milliarden Dollar jährlichen Investitionen in den USA. Ja, bislang ist KI noch nicht rentabel, aber Facebook war auch ewig unrentabel und hat irgendwann gewinnbringende Finanzierungswege eingeführt, um eines der höchstbewertesten Unternehmen der Welt zu sein und jeden Winkel zu erreichen.
4. Kostenreduktion
Reduziert es drastisch Kosten? Jedes Unternehmen, jede Familie, jedes Land, jeder Mensch sucht nach geringeren (Fix-)Kosten. Findet er etwas, das beachtenswert Kosten senkt und Prozesse, Anschaffungen oder Ergebniserfüllung günstiger ermöglicht, wird er es nutzen. Ja, oft geht dabei ein wenig Qualität verloren, aber wem das nicht so wichtig ist, der nutzt das Neue, und irgendwann zwingt es auch den Letzten zur Nutzung, weil er unter Kostendruck gerät.
KI macht alles drastisch günstiger, weil Personalkosten bis hin zu Kosten für Know-how-Erwerb gigantisch reduziert werden.
5. Zugänglichkeit & Verfügbarkeit
Wie leicht und schnell ist die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit? Das beste Produkt nützt niemandem, wenn es ewig in der Herstellung, im Transport oder der Zurverfügungstellung braucht. Ist der Zugang jedoch niedrigschwellig, steht der Welle nichts im Weg.
KI ist kostenlos und in der höheren Variante auch noch erschwinglich für die meisten verfügbar.
Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Faktoren, aber wenn diese 5 nicht erfüllt sind, kann man schon mal getrost weiterblättern. Sind sie jedoch erfüllt, kannst du dir das Meckern und Boykottieren sparen, es ist verschwendete Lebenszeit – nutze deine Energie lieber, um dir zu überlegen, was alles die Folgen sein werden, wenn sich diese Entwicklung flächendeckend etabliert, was sie nicht erfüllen kann, welche neuen Bedarfe dann entstehen und wie du es zum Vorteil aller nutzen und die Bedarfe als einer der ersten stillen kannst. Dann bist du immer ganz vorne mit dabei und entwickelst die Antworten für die Probleme, die erst noch kommen werden und alle anderen überrennen, die sich der Entwicklung erst im Moment der vollen Sichtbarkeit stellen. Du musst nur durchhalten, bis sich die Tragweite der Entwicklung zeigt und alle wild nach Lösung ihres Schmerzes schreien. Und bei allem gibt es immer auch etwas, das diese Entwicklung niemals kann und nur du erfüllen wirst – so, wie KI niemals Geschichten aus dem Herzen erzählen kann, weil sie nicht lebt. Weil sie keine Freude, keine Liebe und keinen Schmerz kennt. Aber genau das macht uns Menschen eben aus. Also hab niemals Angst vor einer Entwicklung. Begrüße sie mit offenen Armen und nutze die Chancen, die sie mit sich bringt.
Gruß, Leonie