20. Dezember 2025

Avicii, Whitney Houston, Ethan McLeod, Felix Lobrecht…. Die Nummer Eins oder das absolute Nachwuchstalent zu sein, auf dem aller Druck lastet, ist der schrecklichste Moment des Lebens. Wenn du keine mentalen Tools im Umgang damit hast, zerstört er dich. Wie geht es weiter? Ich erzähle dir meine Geschichte.
Ich behaupte, dass ausnahmslos jeder Mensch Ehrgeiz in sich trägt. Jeder in seiner eigenen Disziplin. Aber wenn wir die erstmal gefunden haben, dann beginnt ganz unabhängig vom Außen der Prozess der Begeisterung in uns, diese Disziplin meistern und zu einer bestimmten Perfektion bringen zu wollen. Was die Erwachsenen hierzulande nur daraus gemacht haben, ist der verrückte Gedanke, man müsse überall diesen Ehrgeiz entwickeln oder mindestens in bestimmten Kerndisziplinen, so entsteht spätestens in der Schule eine Misshandlung am Kind, denn Ehrgeiz entsteht nur dann, wenn Talent auf Faszination trifft. Du kannst in vielen Dingen Talent haben, aber wenn das Endergebnis des ausgebauten Talentes dich nicht fasziniert? Keine Chance. Ebenso kann dich ein Endergebnis faszinieren, z.B. Sängerin, Mechaniker, Chirurgin, Pokerspieler, Gitarrenbauer, Flötistin, Polizist, Zauberkünstler, Malerin, Architektin, Vertriebsleiter, Archäologe, Botaniker, Handballspielerin, aber du stellst schnell fest, dass du keinerlei Talent darin hast, dann wird sich ebenso kein Ehrgeiz einstellen. Ja, wir können Talent durch extrem viel Training erzwingen – aber der emotionale Preis dafür ist extrem hoch. Eins dieser Beispiele ist David Garrett, der sehr detailliert darüber berichtet, dass seine Ausnahmekarriere auf hartem Training seit frühster Kindheit basiert – und wie sehr er darunter gelitten hat, weil er nicht freiwillig auf seine Kindheit zuliebe der Geige verzichtete, sondern zuliebe seines Vaters. Und ja, trotzdem ist das ein unglaublicher Erfolg und auch David Garrett ist dafür absolut dankbar, denn mit all dem Lob erlebte er natürlich früh Selbstbestätigung und es machte ihn sehr früh finanziell frei. Die Frage ist nur: was ist eigentlich das Ziel dieses Lebens? Ist es frühstmöglicher Erfolg?
Als Boris Becker mit 23 Jahren am 27. Januar 1991 als jüngster Wimbledon-Sieger auf Platz 1 der Weltrangliste ankam, wusste er nur eins: ab jetzt geht es nur noch bergab.
Dieser oberste Erfolgsmoment ist keine Erfüllung. Zahlreiche Weltstars im Sport, Schauspiel, Gesang, Vertrieb, Unternehmer und in jeglichen Disziplinen haben bitterlich geweint, als sie diesen Moment erlebten. Nicht aus Freude. Sondern aus größtem Schmerz. Viele auch, weil sie in diesem Moment nur eine einzige Frage in sich fühlten: „Papa, bist du endlich stolz auf mich?“. Und die Antwort war: „Scheiße, ich habe mein ganzes Leben dafür geopfert, seine Erwartungen zu erfüllen, aber wer bin ich eigentlich wirklich? Was will eigentlich ich selbst? Mache ich weiter? Wie? Was strebe ich jetzt noch an, wenn ich doch alles erreicht habe, was ich mir je vorstellen konnte? Erreiche ich jemals wieder dieses Hoch?“
Was übrig bleibt, ist Leere. Entscheidest du dich, weiterzumachen, kämpfst du täglich mit deinem eigenen Vergleich. Aber was bringt dir Geld, wenn du plötzlich nur noch den Druck der eigenen Erwartungen fühlst, weil du dich permanent mit dem vorherigen Erfolg vergleichst und immer Gefahr läufst, diesen nicht mehr zu erreichen? Es ist nicht der äußere Druck. Was zuvor für dich die Freude an deiner eigenen Leistung und dem Wettbewerb mit anderen war, ist plötzlich die größte Belastung, weil dein Perfektionismus dich von innen zerfrisst. Der Vergleich mit deiner absoluten Höchstleistung, die oft auch einfach etwas mit deinem jüngeren Alter zu tun hat, zerstört dich innerlich.
Aber es kommt noch mehr dazu….
Menschen denken gern: „Oh wow, das ist so toll, so erfolgreich oder hübsch oder reich oder berühmt zu sein.“
Aber die Wahrheit ist: wenn du dort angekommen bist, erlebst du immer öfter unfassbare emotionale Verletzung. Warum? Weil viele Menschen dich plötzlich nicht mehr als ganzen, normalen(!) Menschen wahrnehmen, sondern zu dir kommen, um etwas von deinem Glanz abzubekommen. Nicht wegen deines tollen Charakters, nein. Der interessiert sie gar nicht. Plötzlich wird es zu deiner neuen Aufgabe, Menschen zu filtern, wer wirklich an dir als Mensch interessiert ist und wer nicht. Dummerweise ist das nicht so ganz leicht, du bist selbst natürlich nicht gänzlich frei von dem Wunsch nach Wertschätzung, du machst Fehler dabei – und genau die sind dann heftig schmerzhaft.
Tiefe Liebe, tiefe Freundschaft – Menschen, die dich wirklich für deinen einzigartigen, fehlbaren Charakter lieben, die dich arm, hässlich, unbekannt, enttäuschend, verletzend genauso lieben wie mit Reichtum, Schönheit, Berühmtheit und Perfektheit, diese Traummenschen wollen wir finden. Aber wenn dich plötzlich hunderte täglich belagern, ist es viel, viel schwerer, diese zu finden, und ob diese gefundene Person dann wirklich loyal ist, stellst du leider immer erst im ent-täuschenden Konfliktfall fest, egal, was sie zuvor behauptet oder wie sie sich bis dahin geschlagen hat. Es ist leicht, zu behaupten: „Klar liebe ich dich auch, wenn du 100kg wiegst, (vielleicht berechtigt) durch einen öffentlichen Shitstorm gehst, angeklagt würdest, aus Angst lügst oder arm und bedürftig wärst.“. Aber ist das wirklich so? Wie weit hält die Loyalität? Wie bedingungslos ist diese Liebe? Gibt es sie überhaupt? Und was ist diese Beziehung wert, wenn das Zusammensein die permanente unterschwellige Angst mit sich bringt, die Person könnte dich jederzeit verlassen, wenn du sie enttäuschst? Du bekommst Panikattacken vor den Erwartungen der Menschen. Sie werden dir zu einem erdrückenden, großen Mob. Du willst vor ihnen weglaufen, denn lieber bist du allein, als in dieser permanenten Enttäuschungs- und Verletzungsangst zu leben.
Stattdessen an diesem Punkt alles beenden? Auch das ist nicht trivial. Denn dein gesamter Selbstwert hat sich mittlerweile auf diesem Talent aufgebaut. Du weißt nicht mehr, wer du ohne es bist. Du hast ja auch kaum andere Interessen oder Hobbies. All deine Zeit und Gedanken verbringst du damit. Die Angst, ein Niemand ohne den Erfolg – ohne die Berühmtheit, ohne das Lob, ohne die Auszeichnung, ohne die Schönheit, ohne den Reichtum, ohne die Privilegien, ohne das Perfektsein, ohne die Begehrtheit, ohne die Unabhängigkeit – zu sein, ist noch viel gigantischer.
Wie ich schon einige Male erzählte, wurde es für mich recht früh normal, Liebeserklärungen zu erhalten. Es begann mit ca. 8 Jahren. Von mir bekannten sowie unbekannten Menschen. Von jungen sowie alten Menschen. Von Jungen sowie Mädchen. Manche himmelten mich so sehr an, dass sie mich im Schlaf im Zeltlager küssten oder Gegenstände aufbewahrten, die ich angefasst hatte. Es machte mir Angst. Und ich konnte es (bis heute anhaltend) nicht nachvollziehen, warum sie mich so außergewöhnlich hübsch fanden.
Mit 12 Jahren begann ich wie alle, bauchfreie Tops zu tragen. Nun wurde aus der Angst Panik. In einem Italienurlaub wurde ich mit einer Freundin plötzlich nachts allein am Wasser von 12 jugendlichen Jungs belagert. Mein Körper begann, darauf mit Schockreaktionen zu reagieren: 2 Tage später stand ich kurz vor einem Blinddarmdurchbruch. Es war der Moment, in dem ich den Albtraum entwickelte, im Dunkeln von etwas Bösem verfolgt zu werden, schreien und weglaufen zu wollen, aber mich plötzlich nicht mehr bewegen zu können und keinen Ton rauszubekommen – als wäre ich bei lebendigem Leib eingefroren. Dieser Albtraum begleitete mich die nächsten 10 Jahre. Als Nächstes besuchte ich ein Dorffest und zog plötzlich alle Blicke auf mich. Der coolste Junge fand mich toll. Die kleinen Jungs rannten an mir vorbei und schlugen mir aus Witz auf den Hintern. Ich fühlte mich komplett wehrlos. Irgendwie geehrt und doch völlig schutzlos. Wie immer stumm. Ich wurde hinter einen Wagen geführt, wo ich mich dann mit diesem „coolen Jungen“ unterhalten sollte. Er kam mir immer näher und glücklicherweise konnte ich gehen, ehe er mir zu nahe kam. Zwei Tage später hatte ich seltsame weiße Flecken auf dem Rücken, genau dort, wo er seine Hand gehalten hatte, um mich wegzuführen.
Je weiblicher mein Körper wurde, desto beängstigender wurde es für mich. Ich war nun fast jeden Tag der Woche in der Halle und betrieb Volleyball als Leistungssport. Das gab mir Halt. Den körperlichen Schmerz beim Training zu spüren, der endlich alle Gedanken verstummen ließ, fühlte sich gut an. Ich merkte, wie ich Ekel gegenüber Jungs entwickelte. Die Themen und der Humor Gleichaltriger waren mir zu hohl. Ihre Leistungen in der Schule lächerlich. Ihre Anmachsprüche widerlich. Gleichzeitig empfand ich sie bedrängend, wenn sie sich in den Kopf gesetzt hatten, mich von sich zu überzeugen. All das lief unbewusst als Reaktion ab. Ich war nur Beobachter dieser Entwicklung. Parallel dazu erlebte ich eine Enttäuschung nach der nächsten von meinem Vater. Wie er meine Mutter emotional verletzte und sie immer mehr zum Schatten ihrer Selbst wurde. Seit ich 10 Jahre alt war, kochte sie nicht mehr. Wir gingen fast jeden Tag im Restaurant essen. Innerhalb meiner Familie herrschte ständiger Krieg, jeder warf jedem irgendwas vor. Und ich fühlte mich als Schuldige daran.
Mit 14 Jahren starb meine Oma und ich weiß nicht, warum genau, aber ab diesem Moment entschied ich, nichts mehr essen zu wollen. Ich wurde magersüchtig. Ich wollte verschwinden. Weg von diesen Jungs, weg von diesem Albtraum, den Krieg in meiner Familie durch mein Verschwinden beenden und endlich raus aus diesem Körper. Es war, als hätte meine Seele meinen Körper lebendig verlassen. Ich fühlte mich in einem fremden Körper gefangen. Taub, als könnte ich ihn mit einem Messer schneiden und würde nichts spüren. Der Tod erschien mir attraktiver als das Leben.
Doch in der Schule und im Sport performte ich weiter. Mit 16 Jahren setzte ich mir in den Kopf, ein Jahr in Italien leben zu wollen. Nach vielen Diskussionen erhielt ich die Einwilligung meiner Mutter und meines Therapeuten. Der Abstand tat mir erstmal gut, aber ich wurde trotzdem immer dürrer und erlebte Schwächeanfälle. Dort war ich erneut das Highlight jeder Disco, denn ich war „das deutsche, blonde Mädchen“, obwohl ich doch schon alles dafür tat, nicht aufzufallen. Abgesehen von meinen schulischen Pflichten, war ich ein sehr stilles Mädchen. Nun wurden die Situationen aber noch heftiger: italienische Typen schleppten mich auf die Toilette und gingen mir an die Wäsche. Wieder entkam ich mit etwas Glück verletzenderen Erlebnissen. Und noch etwas kapierte ich endlich: selbst wenn ich mein Traumgewicht erreicht hatte, machte es mich nicht glücklich. Im Gegenteil: es erhöhte den Druck noch mehr, denn nun befand ich mich täglich im Kampf, dieses Gewicht halten zu müssen.
Zurück in Deutschland fühlte ich mich nur noch fremd. Ich sprang direkt in die 12. Klasse, obwohl ich rein gar nichts in Italien gelernt hatte. Natürlich Mathe- und Physik-Leistungskurs, meine Lieblingsfächer. Bereits in der 12. Klasse hatte ich die Zusage für meinen dualen Studienplatz in Wirtschaftsinformatik. Natürlich schloss ich das Abi mit 1 ab. Daraufhin wies ich mich selbst in eine psychosomatische Klinik ein. Dort verbrachte ich zwei Monate unter kompletter Abschottung. Ich wurde mit der Empfehlung entlassen, mir eine Selbsthilfegruppe vor Ort zu suchen. Ich war einmal dort und so angewidert von der Opferhaltung aller Teilnehmer, dass ich nie wider hinging. Stattdessen trat ich drei Tage später mein Studium an. Drei Monate später kam ich in den Kader der besten MINT-Nachwuchstalente des Konzerns und wurde nach dem ersten Theorie-Semester nach Bremen versetzt, reiste von dort durch ganz Deutschland, besuchte die größten Konferenzen und arbeitete für den Vorstandsvorsitzenden des DAX-Konzerns. Ich hatte unglaublich Spaß dabei, aber mein unterschwelliger Leistungsdruck nahm weiter zu. Die Essstörung war mein täglicher Begleiter. Doch mittlerweile war ich nicht mehr dürr – ich wog 12kg mehr als heute, denn mein Unterbewusstsein hatte einen funktionierenden Weg gefunden, mir die übergriffigen Typen vom Halse zu halten und nur noch für die Männer interessant zu sein, die wirklich meinen Charakter liebten: indem ich nicht mehr dem schlanken Schönheitsideal entsprach. Außerdem wurde ich so einen ständigen Vorwurf los: „Du hast ja nur diesen Erfolg, weil du so hübsch bist.“ Wie ich es hasste. Nun kämpfte ich jedoch mit meiner Turbogang-Karriere. Ich erlebte heftige Konflikte mit Vorgesetzten, die sich von mir übergangen fühlten. Ich erlebte Konflikte mit männlichen Kommilitonen, die meine Kompetenz in Frage stellten, weil sie eine schlechtere Note hatten als ich. Ich fand keinen Anschluss zu gleichaltrigen Frauen, weil sie mit Themen kämpften, die ich ehrlicherweise lächerlich fand – und weil sie voller Neid auf mich schauten. Ich erlebte bissige weibliche Vorgesetzte, die mich wie Dreck behandelten, um mir klar zu machen, dass ich hier keine Privilegien mit schönem Augenaufschlag zu erwarten hatte. Aber auch dafür hatte mein Unterbewusstsein eine Lösung: mit 22 Jahren wurde ich schwanger. Ich zog das Studium durch, beendete die Bachelorarbeit selbstverständlich mit 1 – und sagte dann mein Traumjobangebot in Berlin zuliebe meines Kindes und Partners, der bereits ein Jahr vor mir eine Stelle in Hamburg angenommen hatte, weil er keine Elternzeit für unser Kind nehmen musste, ab und stieg in Teilzeit als IT-Consultant in Hamburg ein.
Nach der Geburt meiner Tochter beruhigte sich mein Leben endlich. Ich hatte 12kg abgenommen, die Essstörung war physisch und psychisch restlos geheilt und ich wuchs nun mit viel Liebe in die Rolle als Mutter. Da ich mich ja schon seit über 10 Jahren tiefgehend mit meiner Psyche beschäftigt hatte und zum Glück Bücher, wie „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ in die Hände bekam, war Muttersein extrem easy für mich. Doch mit dem zweiten Kind, meiner liebevollen, glücklichen Ehe, meinem erfolgreichen Mann, unserem eigenen Haus mit 27 Jahren und meiner beruflichen Zufriedenheit ging es erneut los: immer wieder erlebte ich Freundinnen, die mich theatralisch verließen, weil sie der Neid so sehr zerfraß, dass sie damit nur umgehen konnten, indem sie mir aus dem Nichts für Belanglosigkeiten Vorwürfe machten und dann die Freundschaft mit den Worten beendeten: „Ich ertrage es nicht, dich glücklich zu sehen, während es mir schlechter geht.“ oder sich einfach stillschweigend nie wieder meldeten.
Ich verarbeitete diese Momente schweren Herzens. Dann erlebte ich 2020 als selbstständige Seminarleiterin für Familienaufstellungen großen Ansturm. Ich hatte plötzlich 3.000 Anmeldungen für ein Online-Seminar. Zwar hielt ich es wunderbar, aber danach brach für mich emotional alles zusammen. Die Panik vor Menschen kam zurück, ich hatte keinen Bock auf Energievampire. Und so begab ich mich endlich in den Prozess, mir zu überlegen, was ich selbst wirklich wollte, wenn es weder ums Geldverdienen noch Berühmtheit oder Erfüllung der Wünsche meiner Eltern ging.
Was ich dir hier erzähle, klingt nach einem Spezialfall. Wer bin ich schon? Niemand. Ein unbedeutendes Schulmädchen. Doch das ist kein Einzelfall: Avicii, Charlie Sheen, Whitney Houston, Ethan McLeod, Britney Spears, Freddie Mercury, Amy Winehouse, Prinzessin Viktoria von Schweden, Lady Diana, Michael Schumacher, Justin Bieber, Billie Eilish, Taylor Swift, Selena Gomez, Dominik Peter, Laura Dahlmeier, Nina Chuba, Felix Lobrecht, Elisabeth – Kaiserin von Österreich… die Liste ist endlos.
„Der Erfolg“, worin auch immer er sich ausdrückt, ist kein Erfüllungszustand. Wenn du keine mentalen Tools als Umgang damit hast, zerstört er dich. Und dein Unterbewusstsein weiß das. Es weiß das, weil wir diese Drama-Storys ständig in Magazinen und im Fernsehen sehen und sich meist irgendwelche Familienmitglieder gehässig darüber auslassen. Das führt entweder dazu, dass dein Unterbewusstsein dich vor dem allergrößten Erfolg bewahrt, auch wenn du jeden Tag vermeintlich kämpfst, um ihn zu erreichen. Der Klassiker ist: „Das brauche ich gar nicht. Ich bin zufrieden.“ Das ist eine Ausrede, pure Selbstsabotage und Versagensangst – glaub dir diesen Scheiß nicht. Werd ehrlich mit dir selbst: „Ich trau mich nicht, mehr Erfolg anzustreben.“. Oder du erreichst ihn, aber dann sorgt dein Unterbewusstsein in einem anderen Lebensbereich für deinen Absturz, damit du vor anderen ein Argument hast, warum du trotzdem bemitleidenswert bist und sich Neid nicht lohnt. Unterschätze niemals die Macht deines Unterbewusstseins. Es hat panische Angst vor Verlust, emotionaler Verletzung und Ausschluss. Lieber kreiert es (lebensbedrohliche) Unfälle, Krankheiten oder Misserfolge, um dich von einem seelischen Schmerz zu befreien, zu schützen oder wieder mit geliebten Menschen in Verbindung zu bringen. Je mehr du die Gefühle unterdrückst und dich gegen deine spielerische Freude zum Weitermachen zwingst, desto schlimmer werden die Einschläge. Schuldgefühle gegenüber weniger Privilegierten sind eines der heftigsten Mechanismen deines Verstandes, die dich mitunter in die heftigste Depression und Suizidgedanken befördern, obwohl du oberflächlich betrachtet alles erreicht hast, wovon andere träumen, und eigentlich allen Grund hättest, einfach glücklich zu sein. Deshalb spenden zahlreiche zu Wohlstand gelangte Menschen an diesem Punkt all ihr Geld: die Last der Schuldgefühle endlich von den Schultern zu entladen, ist mehr wert als irgendein Euro. Entweder kommen sie aus einem weniger wohlhabenden oder sogar armen Elternhaus, das entweder mit Neid, Vorwürfen oder Pflichtansprüchen gegenüber dem Wohlstand reagierte und somit zur emotionalen Last beitrug – oder aus einem reichen Elternhaus, in dem Geld zu Krieg, Lügen, Hintergehen, Süchten oder einer unangenehmen Sonderstellung führte. Dabei hat es in Wahrheit nichts mit dem Geld zu tun und es zu spenden, bringt auch nur kurzfristig emotionale Entlastung. Oder dein Verstand beglückt dich mit so krassem Perfektionismus, dass du jeden Tag unter Unzufriedenheit und schlechtem Gewissen, zu wenig getan zu haben, leidest und daher ebenfalls nichts genießen kannst, obwohl eigentlich alle glücklich mit dir sind. Nur du leider nicht. Du siehst nur deine Fehler und Unzulänglichkeiten. Daraus entstehen dann natürlich andere Probleme, denn nun fängst du an, Familie und Freunde zu meiden, die so doof sind und dir auch noch erzählen wollen, du seist doch eigentlich ein ganz liebenswerter Mensch, oder aber dich mit Pflichten nerven, die dich noch mehr davon abhalten, das zu tun, was du noch tun müsstest, um sicherzugehen, dass du deinen Erfolg erreichst – somit wirst du unerträglich oder gedanklich abwesend in Gesellschaft, womit Beziehungsprobleme zunehmen oder sogar Trennungen folgen.
Erfolg…… worum geht es wirklich in diesem Leben? Tun wir unseren Kindern einen Gefallen, wenn wir sie dazu möglichst im Turbogang drillen?
Erfolg ist etwas Wundervolles, wenn er aus dem natürlichen Talent und der Faszination des Menschen entsteht und so Ergebnis deines natürlichen Ehrgeizes aus der Liebe am Tun dieser Disziplin ist. Das ist die schönste Quelle deiner Erfüllung. Aber wie entgehst du dem Teufelskreis?
Indem du Erfolg neu definierst und eine neue Quelle deines Selbstwertes wählst.
Du beginnst damit, dich für dein Sein anzuerkennen. Ja, dein Sein genügt. Mehr hast du nicht zu leisten. Alles, was on top kommt, ist ein Geschenk des Lebens.
Erfolg ist eine Teamleistung. Schau auf all die Menschen, die daran beteiligt waren, dass du so erfolgreich sein konntest, wie du es heute bist. Danke ihnen. Fühle tief in dir die Demut, ihrem Einsatz zu Ehren durch deinen Erfolg dienen zu dürfen.
Erfolg ist, die glücklichste Version deiner Selbst in jedem Moment zu leben, völlig egal, wie du Umstände sind. Wie genau handelt diese zauberhafte Version von dir? Wer ist sie? Was will sie hier auf der Erde bewirken? Wofür steht sie morgens auf? Was erfüllt sie?
Glück… was macht dich glücklich? Du entscheidest, hier und jetzt einfach glücklich zu sein und sein zu dürfen. Ohne Grund. Schau deine Dusche an und freu dich einfach so darüber, dass du Zugang zu fließendem und warmem Wasser hast.
Wer liebt dich wirklich? Umgib dich mit Menschen, denen deine Erfolge egal sind und die sich zugleich wie ein Honigkuchenpferd mit dir darüber freuen und dich bei allem unterstützen, wovon du träumst. Die es einfach lieben, mit dir zu lachen und Zeit zu verbringen. Wo findest du sie? Beginn ein Hobby in einem Team, dem es vor allem um eine gute Gemeinschaft geht, oder pflege die Freundschaften, mit denen du dies bereits erlebst.
Engagiere dich für Kinder oder Benachteiligte. Aus tiefstem Herzen ehrlich! Sonst hat es keinen Sinn. Lass dich in ihr Herz schließen. Lach mit ihnen und hab einfach Spaß. Tu alles dafür, damit sie eine glückliche Zeit und Zukunft haben und sich geliebt fühlten.
Schenke. Erfreue dich an der Freude und emotionalen Berührung anderer Menschen. Das geht nur durch Schenken. Zelebriere das warme Gefühl in dir, einem Menschen etwas aus purer Liebe zu schenken.
Dankbarkeit. Mach es zu deinem tiefsten Sein, in jedem Moment eine neue Kleinigkeit zu finden, wofür du dem Leben unendlich dankbar bist und fühlst, wie sehr es dich liebt und beschenkt, insbesondere durch die Handlungen anderer Menschen. Sag es ihnen. Jeden Tag. Schenke in jedem Moment Dankbarkeit. Für ein Lächeln. Für einen Gefallen. Für ein liebevolles Wort. Für eine Umarmung. Und noch so viel mehr Kleinigkeiten. Lass jeden Vorwurf und jede Erwartung, wie sie zu sein hätten, los. Erwarte nichts. Und lass dich überraschen, wie viel du geschenkt bekommst.
Sei einfach. Genieße das Leben. Was kannst du spontan jetzt tun, wodurch du den Genuss des Lebens erlebst?
Welche Tätigkeit würdest du tun, selbst wenn du niemals Applaus oder einen Euro dafür erhalten würdest? Tu es. Geh in den Wald, genieße die Stille und mach es dort.
Lass alles los. Du brauchst nichts und niemanden auf dieser Welt. Du kannst jederzeit komplett neu anfangen. Keine Entscheidung und kein Lebensweg ist jemals in Stein gemeißelt. Das Leben ist pure Freude im Luxus und ebenso in kompletter Armut. Weder Luxus noch Armut machen dich glücklich. Aber du musst auch vor keinem der beiden Angst haben. Du darfst dir erlauben, was immer dir dient, um dem Leben dankbar zu sein und den Moment in Freude zu genießen. Begib dich bewusst in beide Lebensrealitäten. Lass dich fühlen, dass weder das eine noch das andere dich umbringt. Gleiches gilt für dein Supertalent, deinen Erfolg oder Schönheit, Berühmtheit, Traumhaus oder irgendeine Form vermeintlicher Perfektheit. Du bist mehr als das. Du bist ein wundervoller Mensch, der jeden Ort und jede Gesellschaft bereichert, völlig unabhängig von all dem. All das gehört zu deinen Erlebnisse, über die du faszinierende Geschichten erzählen kannst, die alle Menschen um dich herum begeistert zuhören lassen werden. Erzähle deine Geschichten, das ist das größte Geschenk aus allem, was du jemals im Leben erlebst.
Sprich. Was denkst und fühlst du wirklich? Finde einen Kanal, über den du deine wahren Gedanken und Empfindungen zum Ausdruck bringst. Frei raus. Ohne Filter. Ohne Korrektur. Übe jeden Tag dieses Fließenlassen.
Wähle deine Umgebung. In welcher Stadt, in welchem Land fühlst du dich frei, einfach du mit all deinen Freuden sein zu können? Zieh um oder gestalte dein Leben so, dass du die Freiheit für den Wechseln deiner Umgebung hast.
Spontanität. Folge deinen spontanen Impulsen der Freude und wirf alle Pläne über Bord. Kreiere dein Leben so, dass es stets Raum für Spontanität hat und mache sie zu deinem Sein. Überleg dir vielleicht sogar Spiele mit Freunden, in denen ihr euch genau darin herausfordert und gemeinsam Spaß habt.
Zelebriere das Vertrauen in das Leben. Es führt dich. Wenn du wirklich daran glauben würdest, dass es immer für dich und deine Liebsten im besten Sinne sorgt und dass auch der zurückliegende Erfolg stets die Fürsorge des Lebens für dich war, was würdest du dann jetzt in diesem Vertrauen in das Leben und dich selbst tun? Welche Entscheidung würdest du treffen? Wohin würde es dich führen?
Du bist immer geliebt. Zelebriere es, dich vom Leben geliebt zu fühlen. Welche Beweise findest du, dass dies genau jetzt bereits längst der Fall ist?
Lache über dich selbst. Das ist der schönste Humor, der dich nährt und dich die Banalität des Lebens spüren lässt. Du bist nicht der Nabel der Welt. Wenn du heute versagst, ist es in drei Monaten wieder vergessen. Es mag sich so anfühlen, als würden alle Erwartungen auf dir lasten, aber in Wahrheit ist jeder Mensch nur mit sich selbst beschäftigt. Ist es nicht lustig, wie wichtig sich unser Verstand gerne selber nimmt? Aber überleg mal, was für ein winziges Staubkorn du im Kosmos bist. Es ist lächerlich klein. Ja, du hast Einfluss. Aber den kannst du genauso morgen oder in einem Jahr zum Ausdruck bringen. Egal, ob du es übermorgen oder heute tust, weil du wieder klaren Antrieb in dir fühlst: es ist perfekt. Lächle.
Riskier etwas. Was würde dich unfassbare Überwindung kosten? Für einen anderen Menschen. Raus aus deinen Mustern. Alle deine Glaubenssätze radikal über den Haufen werfen. Tu es. Stell dir vor, du könntest keine Erwartung von irgendwem enttäuschen.
Erlebe dich. Fahr an einen einsamen See und schreie laut. Spring ins kalte Wasser. Wandere auf einen hohen Berg und lebe vier Wochen in einer Berghütte. Verbringe eine Woche in der Wüste. Gehe den Jakobsweg. Tanze wild und frei. Geh in die Stille und verbringe zwei Wochen allein.
Sag den Menschen, die du liebst, was du dir wirklich für dich selbst wünschst. Radikal ehrlich.
Ruf alte Schul- oder Kindergartenfreunde an, gerne auch genau die, mit denen du mal im Konflikt warst, triff dich mit ihnen und erzählt einander, wie ihr die damalige Zeit erlebt habt.
Kritik. Wir sind nicht frei von Fehlern. Aber die Angst, fehlbar zu sein, wird zur Schlinge um den Hals. Setze dich bewusst Kritik aus. Frag deine Familie und Freunde, was sie wirklich anstrengend, nervig oder verletzend an dir finden. Hör zu. Nur zuhören, du sagst kein Wort dazu. Dann bedankst du dich bei allen und lässt es einen Tag auf dich wirken. Was ist der Kern der Wahrheit daran, den du annehmen magst? Wenn du die wundervollste Version deiner Selbst leben könntest, welche dieser Kritikpunkte würde sie ablegen und wie würde sie sie neu leben?
Begib dich auf die Spuren deiner Familie. Finde heraus, woher sie stammen und wo alles in der Welt deine Familie verteilt ist. Verbinde dich wieder damit, dass du Teil einer großen Ahnenlinie bist und all ihre Errungenschaften als Privileg in deinem Leben leben darfst.
Und jetzt kommen wir zur Meisterdisziplin: erlaube dir, die hingebungsvollste liebevolle Zuwendung eines Menschen anzunehmen. Liebevolle Berührung. Stundenlang im Bett liegen. Ekstase. Aus dem Leben erzählen. Erfahrungen und Gedanken teilen. Sprich es offen aus, was du magst. Welche Berührung? Welche Worte? Welches Erleben?
Lass dich fallen. Erlaube dir, dich von Menschen gehalten zu fühlen und Halt anzunehmen. Lass alle Scham los. Gib dich deinem Gefühl hin und folge ihm, auch wenn dein Verstand Panik hat, dann peinlich oder sogar verachtenswert zu sein. Wer bist du wirklich, wenn du dein eigenes Urteil, deine Zurückhaltung und die Kontrolle über dich loslässt? Zelebriere es, dich hemmungslos und voller Hingabe zu erleben.
Jetzt ist Leistung wundervoll, Geld ist ein zauberhaftes Mittel zur Freiheit und zum Schenken und Erfolg macht einfach Spaß, weil er Menschen dient und erfreut. Und aus dieser inneren Fülle wirst du der Welt damit ein Geschenk sein und wird er dich nähren, statt dir den Boden unter den Füßen zu entreißen. Wenn du Lust hast, mach weiter. Und wenn es dich in neue Abenteuer zieht, dann gehe deinen Weg dort weiter und erlebe dich voller Faszination in einer neuen Disziplin. Und wie du übrigens an mir heute siehst: ich musste nicht erneut 12kg zunehmen oder mich magersüchtig verschwinden lassen, um mich vor Menschen zu schützen – ich gehe weiter meinen Lebensweg, befolge die obigen Schritte und bin jederzeit bereit, alles loszulassen, was ich bisher aufgebaut habe, weil ich dem Leben vertraue, dass es für mich sorgt und weiter und weiter den Weg für das ebnet, was es mir als faszinierende Vision schenkt.
Stell dir vor, Stradivari, Beethoven, Walt Disney oder Stephen Hawking hätten frühzeitig aufgegeben. Oder Amy Winehouse hätte auch nur einen ihrer Songs nicht veröffentlicht. Uns wäre so viel Berührung im Herzen und Erkenntnis vorenthalten geblieben. Der Perfektionismus und Ehrgeiz mögen herausfordernd sein, aber sie schenken uns zugleich Unglaubliches.
Ab Erfolg – geht’s voller Begeisterung weiter in deinem schönsten Leben.
Auf dich und all die, die du noch inspirieren wirst, du wundervollster Zaubermensch.
In Liebe, Leonie