23. Dezember 2025

Humbug? Sinnlos? Betrügerei? Was hat es auf sich mit dem Gesetz der Anziehung?
Die spirituelle Szene in Amerika hat den Begriff zuerst für sich beansprucht. Aber das Gesetz der Resonanz (wie man es auch nennen kann) existiert schon seit Ewigkeiten in der Physik und wird auch von dort abgeleitet. Physikalisch besagt es: dass ein schwingungsfähiges System (wie eine Schaukel, Brücke oder Stimmgabel) bei Anregung mit seiner natürlichen Eigenfrequenz maximal ausschlägt, was zu einer Energieverstärkung führt. Spirituell heißt es: Gleiches zieht Gleiches an (und verstärkt sich gegenseitig) oder auch Gedanken ziehen Realität an.
Wie bei allem im Leben gibt es Menschen, die Themen oberflächlich oder tiefgehend durchdringen. Und wie auch in der Mathematik werden trotzdem selbst von den größten Experten Dinge missverstanden oder missinterpretiert. So ist der Mensch. Ich habe ganz sicher nicht besser als andere das Gesetz der Anziehung (GdA) verstanden, ich kann dir schlussendlich nur sagen, wie ich es interpretiere und für mich nutze, sodass es mir dient. Ich glaube nämlich, dass alles im Leben einfach nur diese eine Frage beantworten muss: „(Wie) dient es meinem Wohlbefinden?“. Und mir hat es geholfen, eine Sucht zu beenden, eine Unfruchtbarkeit, Hautunreinheiten, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Panikattacken und ein zuckendes Auge zu heilen, meinen Traummann zu heiraten, mit meiner Familie in Frieden zu gelangen, tolle berufliche Erfolge und die Zusammenarbeit mit unglaublichen Menschen zu feiern und die tollsten loyalen Freunde zu finden, daher halte ich es für sinnvoll.
Wie geht das nun also konkret?
Menschen kommen gewöhnlich immer dann damit in Berührung, wenn etwas absolut nicht nach ihren Erwartungen verläuft. Vielleicht haben sie immer wieder kein Geld oder erleben immer wieder heftige Schicksalsschläge, Krankheiten, Trennungen, Übergriffigkeiten oder toxische Beziehungen. Irgendwann fragen sie sich: „Was trage ich selbst eigentlich zum Verlauf dieser Situation bei?“. Das ist eine tolle Frage, denn sie bringt uns in die Selbstermächtigung. Sie ist nicht gleichzusetzen mit: „Was mache ich falsch?“ – das ist Opferhaltung. Und jetzt merkst du auch schon, wie differenziert ich an die Dinge herangehe. Theoretisch könnte die Antwort auf diese zwei Fragen identisch sein. Und doch ist die Wirkung eine komplett andere. Und darum geht es beim GdA: die Energie, die wir aussenden, also die unterschwellige Botschaft unserer Aussagen und Handlungen, zieht Menschen an, die sich genau davon positiv angezogen oder getriggert fühlen. Das ist unser Werkzeug. Zugrunde liegt die Annahme, dass deine erlebte Realität immer nur der Spiegel deiner inneren Glaubenssätze und ausgesendeten Energie ist. Menschen, die Opferhaltung gewöhnt sind und Bemutterung als Liebe betrachten, kommen zu dir, wenn du aus dieser Haltung agierst. Menschen, die Eigenverantwortung und Selbstermächtigung als Grundhaltung leben, werden sich davon abgestoßen fühlen. Da gibt es kein Richtig oder Falsch. Es ist einfach so. Und du darfst wählen, welche Realität (und welche Beziehung) dir besser gefällt und was deinem Wohlbefinden und deinem freien Leben langfristig am meisten dient.
Was bedeutet: „Meine erlebte Realität ist mein Spiegel?“
Das liegt an der Funktion unseres Gehirns. Es ist auf Effizienz getrimmt. Deshalb baut es ständig Synapsen, also quasi Autobahnen im Gehirn, um möglichst schnell durch die Interpretation der Realität zu einer Antwort zu kommen. Um die Realität mit ihren Millionen Informationen sinnvoll aufnehmen zu können, muss es stark filtern. Was macht es dazu? Es nimmt deine Vorannahmen und sucht gezielt nach Beweisen dafür. Alles, was also gegen deine Annahme spräche, zeigt es dir einfach nicht. 95% wird rausgefiltert, damit du überhaupt klarkommst. Es gibt Kinder mit Störungen, die deutlich mehr Informationen aufnehmen können: glaub mir, du willst nicht mit ihnen tauschen, sie sind absolut sozialunfähig, denn für soziale Interaktion haben sie gar keine Kapazität in ihrem Gehirn. Ergo: du gehst permanent dich selbst bestätigend durch die Welt und begreifst daher auch nicht, was eigentlich schief läuft – du siehst nur, was deine Annahmen bestätigt. Somit ist eben diese Realität das beste Werkzeug, um deine eigenen blinden Flecken zu enttarnen: du schaust „in den Spiegel“ und fragst dich, ob du das cool findest oder was du eigentlich gern noch schöner hättest. Jetzt kommst du dir selbst näher. Der Gedankengang ist also: „Ah, das ist meine Realität. x mag ich, y mag ich nicht so sehr. Wenn nun aber meine Realität der Spiegel meiner Glaubenssätze und ausgesendeten Energie ist, was darf ich Neues glauben und wie sähe ein Verhalten aus der gewünschten Haltung aus, die ich in meinem Leben verstärken möchte, um y so zu empfangen, wie ich es mir wünsche?“ Jetzt sind wir in der vollen Selbstermächtigung angelangt. Warum überhaupt? Der emotional schlimmste Zustand für einen Menschen ist das Gefühl von Hilflosigkeit, Machtlosigkeit und Ausweglosigkeit. Diese Gefühle können so stark sein, dass sie den Menschen in den Suizid treiben. Dem wirken wir entgegen, indem wir es üben, in der Selbstermächtigung zu denken und zu handeln.
Jetzt erkennst du z.B.: „Ich hätte eigentlich gern eine liebevollere oder eine leidenschaftlichere Beziehung.“ Was nun? Wieder: Dich selbst zu verändern, ist der Schlüssel. Es ist NIEMALS der Weg, den anderen verändern zu wollen.
Der Schlüsselgedanke ist: Lebewesen sind Resonanzkörper – wenn ich auf den Menschen in einer bestimmten Weise zugehe, dann „schwingt“ sich dieser auf mich ein und reagiert im Einklang damit (oder er rennt schreiend weg, weil es ihm solche Angst macht (ja, emotionale Nähe und auch echte Eigenverantwortung machen bspw. vielen Menschen in Wahrheit Angst, deshalb wundere dich nicht, wenn du dadurch extrem aussortierst)). Hier kommt nun ein weiterer Gedanke zum Tragen: wir bewegen uns permanent in einer Welt der Polaritäten, also zweier Pole der Gegensätze in allem. Bezogen auf diese Situation kann die Resonanz daher auch immer beide Reaktionen auslösen, die völlig neutral sind, aber auf die du gefasst sein musst und mit denen du umgehen können musst. Es bedeutet nämlich: je klarer du so bist, wie du wirklich sein möchtest, desto stärker musst du damit klarkommen, dass es dadurch in deinem Leben vorkommt, Menschen abzustoßen, weil sie eben nicht mögen, was du tust, bzw. durch dich auf ihren eigenen Mangel hingewiesen werden und nun vor der Entscheidung stehen, sich dem (endlich) zu stellen – oder eben die nächste Runde der Flucht vor sich selbst und der eigenen Größe zu wählen. Es gibt keinen Weg, allen zu gefallen und alle in das innere Wachstum mitzunehmen. Das ist ok. Du bist immer nur die Einladung für Selbstermächtigung und Menschlichkeit – und jeder Mensch wählt eigenständig, ob er deiner Einladung folgen möchte.
Zurück zu unserem Beispiel:
Nun fragst du dich: „Wie kann ICH liebevoller/leidenschaftlicher auf meinen Partner zugehen?“. Das beinhaltet erstmal, dass du jegliche Vorwürfe und Schuldsuche loslässt, denn sonst kannst du ja in keiner einzigen Weise auf deinen Partner zugehen. Doch oft schleicht sich hier bereits Folgendes ein: „Was kann ich ändern……?“. Dieser Gedanke ist schnell nur auf das Gegenüber ausgerichtet. Unterschwellig schwingt in dieser Frage nämlich manchmal mit: „Was kann ich ändern…. damit er anders ist? Weil, nur dann bin ich glücklich.“ Das sendest du dann mit dieser winzigen Frage aus. Und glaub mir, Menschen sind extrem feinfühlig und merken den Unterschied SOFORT! Es zeigt deine innere Haltung. Und das Ergebnis ist, dass du immer wieder co-abhängige Menschen anziehst, die es mögen, dass dein Wohlbefinden davon abhängig ist, wie sie handeln – oder die fluchtartig vor dir wegrennen, weil sie es auf den Tod nicht ausstehen können, wenn sich jemand so voller Erwartungen an sie klammert. Solange dies unterschwellig deine Energie ist, wird sich nichts zum Besseren entwickeln. Was wollen wir wirklich? „Wie bin ich mit mir selbst als liebevollem, leidenschaftlichem Menschen, unabhängig von allen äußeren Umständen, im Frieden? Und wie würde ich als dieser glückliche, freundliche, leidenschaftliche Mensch in jedem Moment inspirierend auf andere zugehen?“ Jetzt bist du am nachhaltigsten Punkt angekommen. Jetzt hören deine inneren Antennen auf, auf die Reaktion anderer Menschen zu schauen oder zu warten. Jetzt fühlst du echte Freiheit und Verbundenheit mit dir selbst. „Wie kann ICH liebevoller/leidenschaftlicher auf meinen Partner zugehen?“ – diese Frage gilt weiterhin, aber nicht um ihn verändern zu wollen, sondern weil es deine neue Identität werden soll, als dieser Mensch auf jeden Menschen (und deinen Partner ganz besonders) zuzugehen. Ist der Unterschied deutlich geworden?
Nun bist du im Prozess deiner inneren Transformation: du hast es losgelassen, andere verändern zu wollen, und du fragst dich, wer du als inspirierender Mensch in jedem Moment eigentlich sein willst. Mega!
Hier kommt nun ein weiterer toller Schritt hinzu: irgendwann im Leben merkst du „Scheiße, ich bin wie ein Fähnchen im Wind. Ich RE-agiere immer nur.“ – indem du dich aber nun bewusst fragst, welche inspirierende Identität du in JEDEM MOMENT sein möchtest, gelangst du in den Prozess, dich von äußeren Umständen frei zu machen und einen einheitlichen Weg des Umgangs zu wählen, den du für den konstruktivsten, inspirierendsten Weg hältst. Und dies ist nun deine neue Aufgabe: du erlaubst dir keine Ausrede und keine Ausnahme mehr, von diesem konstruktiven, inspirierenden Umgang abzuweichen. Und so wirst du automatisch ganz neue Menschen in dein Leben ziehen und zugleich die vorhandenen mitnehmen auf einen neuen Weg, denn sie werden sich umstellen müssen, wenn du dich z.B. plötzlich nicht mehr zum Alkoholtrinken überreden lässt, sondern standhaft bleibst, weil du es nicht möchtest. Genau das ist unser Ziel: ein Mensch der Klarheit zu werden. Der der Fels in der Brandung bleibt, egal, wie stark der Sturm um ihn tobt. Du musst nicht streng werden, es darf auch die Prämisse sein: „Ich trinke nur ein Glas Wein.“, aber frag dich: „Was dient meiner Selbstermächtigung und meinem Wohl am meisten? Was inspiriert andere Menschen, wenn ich ihnen in jedem Moment ein Vorbild bin?“
Wer bist du also als glücklicher, freundlicher, leidenschaftlicher, inspirierender Mensch?
Mach dir noch mal bewusst: das Leben ist permanent voller Umstände und Gründe, genervt, wütend, enttäuscht und panisch zu sein. Willst du deine Stimmung und dein Glück wirklich jeden Tag davon abhängig machen? Nein. Deshalb hältst du den Fokus nur auf dich. Du agierst aus dir selbst heraus. Nur du selbst bist dein Maßstab: „Hab ich heute so gehandelt, wie ich als Mensch wahrgenommen werden möchte?“ Nein? Dann mach es beim nächsten Mal anders. Ja? Dann muss der andere, der vielleicht wütend darauf reagiert hat, damit klarkommen.
Das ist der nächste Schritt: du wirst immer die Polaritäten „Begeisterung/Enttäuschung“ bei anderen Menschen erleben, aber die Frage bleibt: „Bist du glücklich mit deinem Verhalten? Ist das der inspirierende Mensch, der du sein möchtest? Empfindest du deinen Umgang als vorbildlich für jedes Kind da draußen?“ Am Ende zählt nur das. Ob du mit dir selbst glücklich sein kannst, weil du es für liebenswert und inspirierend hältst, wie du mit anderen umgehst. Ob das andere genauso sehen, ist ihre Verantwortung, nicht deine. Sei einfach nur ehrlich mit dir selbst, ob du gern so behandelt werden möchtest, wie du es gerade mit anderen tust. Wenn ja, ist alles in Ordnung. Aber bleib offen für die Hinweise von außen, statt selbstherrlich zu werden. Wir gewinnen keinen Oscar mit Ignoranz (= Schönrederei & Weggucken). Wir gewinnen den Oscar durch selbstehrliche Zuwendung.
Jetzt kommen wir zu einem Sonderfall:
Du weißt, wie du dich verhalten möchtest – aber du schaffst es nicht, das umzusetzen.
Keine Sorge, du bist nicht zu dumm. Lass dir das niemals von irgendwem einreden. Erst recht nicht von deinem Verstand. Alles, was du tust, hat einen Nutzen und einen Sinn. Halten wir als allererstes mal fest: nichts, rein gar nichts tust du aus Dummheit! Wir müssen nur den tieferen Nutzen finden, warum dein heutiges Verhalten Sinn ergibt und du es deshalb nicht verändern kannst. Ganz simpel.
Der Mechanismus ist: unser Unterbewusstsein hat Ängste und Glaubenssätze – und wenn dein Wunschverhalten oder Wunschzustand dich in die Gefahr bringt, dass diese Angst eintritt, wird es alles dafür tun, um es zu verhindern, dass dein Wunsch Realität wird. So einfach. Und manches braucht einfach Zeit, damit du die einzelnen Phasen der inneren Entwicklung durchlaufen kannst. In dieser Disziplin können wir keine Sprosse der Leiter überspringen. Wir können nur die Geschwindigkeit beeinflussen, aber wir müssen jede Sprosse mit ihren Ängsten und Phasen durchleben. Überspitzt sind es die 5 Phasen: Verweigerung, Zorn, Verhandlung, Depression, Annahme. Du wirst sie in unterschiedlicher Intensität erleben, aber sie werden in dir hochkommen und du darfst jede einzelne lernen, komplett ohne Gegenwehr anzunehmen und eine neue Gelassenheit mit diesem Zustand in dir zu verinnerlichen.
Stell dir vor, du willst eine Magersucht beenden. Aber dein Glaubenssatz ist: „Dann nehme ich zu.“ und die Angst ist: „Dann werde ich nicht mehr geliebt und dann verlässt mich xy.“ Das kann durchaus die Wahrheit sein. Die Frage ist: willst du dich von dieser Angst kontrollieren lassen? Und willst du von Menschen umgeben sein, die dich nur lieben, wenn du x Kg wiegst? UND: ist das wirklich die Wahrheit? Sehr viele Ängste basieren auf Annahmen und wurden nie wahrhaftig geprüft.
Der Kern ist: der Weg aus der Angst ist DURCH die Angst – und der Weg in ein freies Leben ist, indem du deinen Glaubenssatz widerlegst und dich das Gegenteil erleben lässt. Du musst an den Punkt kommen, an dem du sagst: „Ist mir scheißegal, ob er mich dann noch liebt oder nicht, meine Gesundheit ist mir wichtiger.“ – und nun gehst du durch den Prozess der Ablösung, nimmst vielleicht zu, vielleicht aber auch nicht – UND: gehst mit der Person in den Dialog über deine Ängste und Wünsche. Denn darum geht es: Annahme ist das offene Aussprechen, was ist. Ja, es kann sein, dass diese Person dich tatsächlich deshalb verlässt. Aber dann war es die Beziehung auch nicht wert. Oder aber, was viel häufiger der Fall ist: die Person liebt dich noch viel mehr, weil sie es zu schätzen weiß, wie ehrlich du bist und wie verletzlich du dich zeigst.
Wir tragen den tiefen Drang in uns, uns vollständig geliebt zu fühlen. Als Mensch. Und solange es panische Bereiche in dir gibt, wo du Angst hast, dann von wichtigen Menschen verlassen zu werden, z.B. „Ich bin nur liebenswert, wenn ich erfolgreich bin… wenn ich besonders schlank bin… wenn ich sportlich bin… wenn ich eine Vorzeige-Ehe führe… wenn ich ordentlich bin… wenn ich genug Geld habe… wenn ich für Sicherheiten sorge… wenn ich ein stabiles Leben führe… wenn ich immer ja sage.. wenn ich niemanden enttäusche.. wenn ich niemals einen Fehler mache… wenn ich sexuelle Gewalt über mich ergehen lasse.. wenn ich einen Menschen befriedige… wenn ich lüge… wenn ich krank bin… wenn ich die Klappe halte… wenn ich genauso übergewichtig bin.. wenn ich Alkohol trinke.. wenn ich Drogen nehme… wenn ich genauso versage… wenn ich mich niemals trenne… wenn ich niemals wütend bin.. wenn ich (genauso wie sie) bedürftig bin.. wenn ich ein Leben in Schuld und Armut führe… wenn ich auch (früh) sterbe…“, wird das Leben dich konsequent an diesen Punkt führen, diese Panik vor dem Eintreten des Verlustes zu heilen, indem du es erlebst und den Weg gehst, bis du auch in diesem Zustand jemandem begegnest, der dich genau so liebt. Du kannst dem nicht aus dem Weg gehen, wenn du wirklich glücklich, frei und verbunden sein möchtest. Ja, manche Menschen verkriechen sich dann in einer (emotionalen) Höhle, aber sie alle werden griesgrämig, einsam und krank, das wollen wir nicht, oder?
Du bist liebeswert. Mit jeder Faser deines Seins. Vollkommen egal, was für ein Leben du führst. Selbst, wenn du unfassbar viele Menschen enttäuscht hättest. Auch wenn du klare Grenzen setzt. Und auch wenn du manchen Menschen bescheuert, verrückt oder zu viel erscheinst. Da sind die Menschen, die es entspannt aushalten, wenn du laut schreist und wütend bist, wenn du „dick“ oder „dünn“ bist, wenn du dich komplett verletzlich zeigst, wenn du reich oder arm bist, wenn du ganz ehrlich sprichst, was du dir emotional wünschst, oder wenn du vor Scham gelogen hast. Um das Verinnerlichen dieses Gefühls, immer geliebt zu sein, geht es. Daher haben es Menschen, die genau diese bedingungslose Liebe von ihren Eltern erhalten haben, deutlich leichter: Sie haben ein natürliches Selbstvertrauen, sich nicht weniger liebevoll behandeln zu lassen und dies respektvoll und auf Augenhöhe ganz entspannt klar und liebevoll anzusprechen – und zugleich jeden Menschen sowieso von sich aus so liebevoll, in der Eigenverantwortung für sich selbst zu behandeln, weshalb sie natürlich auch genau diese Menschen empfangen. Da aber kaum Eltern bislang mit sich selbst so sehr im Frieden sind und sich erlauben, ihre Ängste und Wünsche auszusprechen und ihrer inneren Stimme unabhängig von äußeren Erwartungen und Ängsten zu folgen, was aber notwendig ist, um ein Gefühl der Sicherheit in jeglichen Lebenszuständen in ihren Kindern zu verankern, ist es total in Ordnung, dass es Bereiche in dir gibt, vor denen du Angst hast, weil dein Verstand auf keine empowernde Erfahrung zurückgreifen kann, wodurch die Angst, dann doch nicht mehr geliebt und fähig zu sein, in dir überwiegt – es geht allen so und genau das verbindet uns doch auch schon wieder im Herzen. Dadurch hast du genau in diesem Bereich ein unglaublich tiefgehendes Verständnis und daher genau dort die magische Gabe, Menschen Liebe zu schenken, die sie von keinem anderen jemals erhalten haben. Wenn du diesen Bereich in dir voll und ganz gelernt hast, anzunehmen, dann gehst du einfach humorvoll und offen damit um – und folgst trotz der Angst deiner inneren Stimme. Die Angst ist nicht weg, denn sie gehört ja zu deiner Lebensgeschichte, aber du bist nicht mehr emotional damit verstrickt – du kannst über dich und das Leben herzlich lachen, deinen Herzensweg gehen und genau das ist die Heilung für alle Menschen, mit denen du interagierst.
Das Ziel ist nicht, einander in Watte zu packen, weil wir nun eine neue Achtsamkeit füreinander entwickelt haben. Das Ziel ist: über deine eigenen Trigger lachen zu können, ganz klar die Verantwortung dafür bei dir zu erkennen und weiter deinen Weg zu gehen. Zugleich darfst du ganz klar darin sein: „Ich umgebe mich nicht mit Energievampiren.“ Das ist kein Vorwurf. Es ist die Feststellung, dass wir nicht mit jedem Menschen harmonieren und das ist in Ordnung. Das darf man einfach ansprechen und liebevoll sagen: „Hey, ich glaube, wir beide triggern uns zu sehr. Wollen wir lernen, uns gegenseitig so zu lieben, wie wir sind, unsere unterschiedlichen Stärken nutzen, einander vertrauen und unsere persönlichen Interpretations- und Verletzungsketten loslassen und wandeln? Dann können wir zusammenbleiben. Ansonsten ist es besser, wenn wir uns trennen.“
Dieser liebevolle Umgang mit dir selbst und anderen hat Einfluss auf alle deine Lebensbereiche. In dieser Liebe lassen Menschen immer gerne Geld zu dir fließen. Und in dieser Liebe ist dein Körper entspannt und muss daher keine Stresshormone und unterdrückten Emotionen ausgleichen, weshalb er gesund bleibt. In dieser Liebe ist Beziehung offen und ehrlich, auch dann, wenn man sich enttäuscht oder trennt, weil man zu dem Schluss kommt, besser auf unterschiedlichen Wegen weiter zu wachsen. Dann ist auch das Heranziehen von Kindern easy, weil es keinen Grund für vorwurfsvollen Streit und krasse Rebellion gibt.
Man kann natürlich dicke Bücher über dieses Thema schreiben, ich reiße vieles hier nur an.
Aber nun weißt du, was der stärkste Hebel für Veränderung im Außen ist und was die Feinheiten der tieferen Botschaften deiner Aussagen und Handlungen sind. Entwickle eine Achtsamkeit für den Fußabdruck der tieferen Botschaft. Darum geht es. Es geht nicht ums zwanghafte Verbessern, Einfordern von Rechten oder Manifestieren von Ergebnissen. Bist du in jedem Moment integer und im Frieden mit dir selbst und wie du andere behandelst und kannst du die Vergangenheit, Gegenwart und dein Gegenüber so annehmen, wie es ist, mit der Klarheit für einen respektvollen, menschlich verzeihenden, stärkenden, dankbaren, inspirierenden Umgang? Wie genau sieht dieses Verhalten aus? Here we go. Der Rest kommt von allein genau zum richtigen Zeitpunkt zu dir.
Nun gibt es noch eine bedeutsame Ebene, auf der wir sehr stark anziehen oder abstoßen: wie ausgeprägt wir unsere Männlichkeit und Weiblichkeit leben. Wir tragen immer beides in uns. Wenn wir nun aber entscheiden, eines davon mehr zum Ausdruck bringen zu wollen, so verändert das unser Verhalten und Auftreten und auch, was wir als Gegenpol in unserem Gegenüber brauchen. Viele organisatorische, körperliche und seelische Konflikte entstehen dadurch, dass wir uns nicht erlauben, unsere Weiblichkeit oder Männlichkeit polarisierend eindeutig zu leben.
In den letzten Jahrzehnten sind wir immer mehr dazu übergegangen, einander zu erzählen, wir müssten alle immer beides gleichermaßen leben: Frauen hätten auch alle männlichen Anforderungen und Männer auch alle weiblichen Anforderungen zu erfüllen. Somit wurden Männer femininer und Frauen maskuliner. Das hat mitunter Einfluss auf unseren Hormonhaushalt (Testosteron und Östrogen) und dies wiederum verändert unsere Stimmung und unseren Körper. Nehmen wir als Beispiel eine Frau: wenn sie beginnt, auch noch alle männlichen Anforderungen im Alltag zu stemmen, also, allen Halt zu geben, strenge Ansagen zu machen, für Grenzen zu sorgen, dann wird sie als Frau immer unattraktiver. Zugleich wird ihr Mann aber ebenso immer unattraktiver für sie, weil er sich so sehr herumkommandieren lässt und kein emotionaler Halt mehr für sie ist. Damit eine Frau ihre volle Weiblichkeit leben kann, braucht sie einen Gegenpol, der die volle Männlichkeit lebt. Wenn sich dies innerhalb einer langjährigen Beziehung verändert, müssen sich beide weiterentwickeln, ansonsten führt dieses Ungleichgewicht zur Trennung, weil es unerträglich wird, die eigene Klarheit zu leben (bzw. den Wunsch danach zu fühlen), während der andere weiter versucht, feminin und maskulin zugleich zu sein. Hier wirkt das GdA anders: es sucht nach dem Gegenpol, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Dieses Verständnis ist wichtig, um zu begreifen, worin unser größtes Wachstum liegt und auf welche Weise wir uns selbst und einander am meisten stärken. Auch wenn wir alles dafür tun, um Privat- & Berufsleben zu trennen, ist der Mensch nicht dazu in der Lage. Wenn das Privatleben im Drama versinkt, sinkt die Produktivität und Aufmerksamkeitsspanne bei der Arbeit, wir können das nicht von uns abspalten. Schauen wir diese Ebene nicht an oder leben sie zufälligerweise von selbst so, kann es zu den Themen Fremdgehen, Suchtverhalten oder dem Gefühl innerer Lähmung kommen, weil dieser unbewusste Drang sich einen Weg sucht, ob wir wollen oder nicht. Der einzige Weg der Lösung ist das Sprechen über die Sehnsüchte und die gemeinsame Entwicklung. Nun kommt es vor, dass einer oder beide ein massives Problem mit einer dieser Seiten von sich oder im anderen hat. Warum? Unsere Männlichkeit und Weiblichkeit sind symbolisch in unserem Unterbewusstsein mit unserem Vater und unserer Mutter verknüpft. Ist diese Beziehung durch Konflikte oder Abwertung blockiert, kann die Person nicht ihre Männlichkeit oder Weiblichkeit in vollem Umfang leben oder beim anderen annehmen, weil dies zu einem Zusammenbruch des Selbstbildes führen würde, da ja der entsprechende Elternteil mit seinen Verhaltensweisen abgelehnt wird. Der Weg in die Heilung besteht darin, in den Frieden mit diesem Elternteil und seinen Besonderheiten zu gelangen und sich zu erlauben und zuzutrauen, dieses neue Level an Attraktivität, Strahlkraft und Größe leben zu dürfen.
Wenn es nun darum geht, endlich einen bestimmten Wunsch zu erreichen, so spielt dieses Thema auch immer eine Rolle, selbst wenn es nicht um Partnerschaft geht. Unternehmertum ist immer auch eine Form von Öffentlichkeitsarbeit. Und da fliegt dir jede Unsicherheit und Zurückhaltung um die Ohren, entweder in Form von Presse oder fehlgeschlagener Aufträge. Es gehört zu unserem Lebenspfad, zu mehr Klarheit über unsere Identität als die Generation vor uns zu finden. Wenn wir nun einen Wunsch anstreben, der aus dem Peoplepleasing stammt und somit das Ausleben unserer Männlichkeit oder Weiblichkeit vermeiden möchte, weil wir damit in unserem Umfeld zu heftig anecken würden, dann blockiert etwas in uns unbewusst dieses Erreichen. Unsere Wünsche müssen im Einklang mit unserer Natur sein und die ist in der ausgeprägten Männlichkeit oder Weiblichkeit (unabhängig vom Geschlecht).
Ich weiß, dieser letzte Part öffnet ein komplett neues Kapitel. Aber ich wollte es unbedingt erwähnt haben, weil es so bedeutsam ist und so oft unwissentlich für Hürden sorgt, deren Zusammenhang keiner kennt. Du hast nun ein größeres Verständnis und kannst tiefer schauen.
In Liebe, Leonie