12. Februar 2026

„Ich werde nie ernst genommen. Ständig muss ich warten. Menschen sind unzuverlässig. Ich muss immer für mein Recht kämpfen.“ – wie durchbrechen wir Loops?
Von außen erkennen es die meisten schnell: es ist dieses Gefühl, als hätte ein Mensch einen Sprung in der Platte = in regelmäßigen Abständen erzählt er die nahezu identische Drama-Geschichte. Manches wiederholt sich täglich oder wöchentlich, anderes alle paar Jahre, aber immer mit denselben Aussagen über das Erleben.
Um Loops im Detail bei uns selbst zu erkennen, braucht es einen Blick von außen von einem Menschen, der bereits ein höheres Bewusstsein lebt als wir selbst. Dinge, die uns aber wirklich irgendwann tierisch auf die Nerven gehen, weil sie jedes Mal unfassbar wehtun, erkennen wir auch selber irgendwann. Das ist der Moment, wenn jemand sagt: „Warum müssen mir immer solche Männer begegnen? Warum enden meine Beziehungen immer auf diese Weise? Warum habe ich immer solch ein Pech in xyz?“
Die Wahrheit ist: eigentlich ist alles, was wir erleben, ein Loop. Jede unserer Handlungen hat eine tiefere Botschaft, die Ausdruck eines Loops ist. Die Frage ist also nicht, OB wir Loops erleben, sondern WELCHE Loops wir erleben.
Wenn ein Mensch sagt: „Ich hab immer irgendwie Glück.“ ist das ein Loop, aber ein sehr hilfreicher, den wir also bestens so stehenlassen können. Wenn ein Mensch aber sagt: „Immer wenn ich glücklich bin, passiert etwas Schlimmes und macht das Glück wieder kaputt.“, dann ist das ein sehr destruktiver Loop, der sein Leben unfassbar schwer, traurig und schmerzhaft macht – und genau das können wir ändern, indem wir uns die Loops in ihrer Essenz anschauen und die konkrete Situation einfach nur als wiederkehrendes Symptom des Loops erkennen.
Der Kern eines Loops ist die Perspektive, mit der wir auf unsere Realität schauen und dadurch ein bestimmtes Erleben kreieren. Denn die spannende Erkenntnis bei dieser Beobachtung ist, dass zwei Menschen das identische Erlebnis, aber ein vollkommen unterschiedliches Erleben haben können. Warum? Weil das Erlebnis auf eine unterschiedliche Prägung in ihnen trifft und sie deshalb unterschiedliche Schlussfolgerungen aus identischen Erlebnissen ziehen.
Der wichtigste Schritt zum Lösen eines Loops ist die Erkenntnis, dass nur du allein verantwortlich bist für dein Erleben. Kein anderer. Egal, was du gerade erlebst. Was immer in deinem Leben geschieht, du selbst hast dir dieses Theater auf deiner Bühne kreiert. Kein anderer. Das nimmt insbesondere auf Beziehungen Einfluss, denn bislang galt in Beziehungstheorien die 50:50 Regel: „Es gehören immer zwei Personen zu einem Konflikt und zu einer Lösung.“ – dieser Grundsatz gilt NICHT, wenn wir uns mit Loops beschäftigen. Im Universum der Loops gilt: 100% Verantwortung für das eigene Erleben.
Dein Partner kommt zu spät? Dein Erleben.
Dein Partner ist fremd gegangen? Dein Erleben.
Deine Eltern verletzen dich? Dein Erleben.
Du hast kein Geld? Dein Erleben.
Dein Partner will keinen Sex? Dein Erleben.
Die Party war ätzend? Dein Erleben.
Menschen kann man nicht vertrauen? Dein Erleben.
Dein Partner übernimmt keine Verantwortung? Dein Erleben.
Deine Kinder sind so unselbstständig? Dein Erleben.
Deine Kinder schlafen schlecht? Dein Erleben.
Du fühlst dich dick? Dein Erleben.
Du bist gestresst? Dein Erleben.
Dein Geschäftspartner verlässt dich? Dein Erleben.
Du hast den schönsten Tag deines Lebens? Dein Erleben.
Du bist rundum glücklich? Dein Erleben.
Du bist reich? Dein Erleben.
Sowohl der schmerzvolle als auch der freudvolle Loop ist ein selbst gewähltes Erleben. Es ist die Projektion deiner Innenwelt auf deine Realität, die von deinem Gehirn durch einen Filter gesehen und erlebt wird. Deshalb können wir Loops nur lösen, indem wir uns deine Innenwelt anschauen und dort eine Veränderung vornehmen, nicht indem wir versuchen, andere Menschen oder die Umstände zu verändern. Die frohe Botschaft ist: wenn wir uns Loops anschauen, können wir deine wahrgenommene Realität binnen Millisekunden wandeln, weil es einfach nur einen Perspektivwechsel und das Erkennen der Loop-Quelle braucht.
Grundsätzlich können wir sagen: Alles, was schlechte Gefühle, Panik, Wut oder Krankheitssymptome auslöst, ist die Kollision eines Erlebnisses mit einer destruktiven Loop-Konditionierung in uns, denn der Loop löst unbewusst bestimmte Gedanken in uns aus, die wiederum eine Kette von Hormonausschüttungen auslösen, somit den Körper auf eine antrainierte Art reagieren lassen – und schließlich zu einer negativen Bewertung und destruktiven Schlussfolgerungen unseres Erlebens führen. Ändern wir die Konditionierung, ändern wir das Erleben. Fertig.
Wie du vielleicht noch weißt, steckte ich 7 Jahre lang in einer Bulimie und Depression. Mal war ich stark magersüchtig und extrem dünn, dann wog ich 12kg mehr als heute. Und weißt du, wie ich diese 12kg ganz ohne bewusstes Zutun abnahm? Indem ich entschied: „Ich bin schlank.“. Nachdem ich an meinen absoluten emotionalen Tiefpunkt samt Suizidvorhaben gelangt war, dachte ich mir einfach: „Was wäre eigentlich, wenn ich die Relation verändere? In Relation zu einem Sumoringer bin ich doch unfassbar schlank. Und der geht schließlich auch voller Stolz durch die Welt.“ Ganz nebenbei veränderte ich so die Konditionierung, die Loop-Quelle in mir. Diese Loop-Quelle war ein unbewusster Vergleich meines Körpers mit einem Schlankheitsideal, das mir das Gefühl gab, zu dick zu sein und mich deshalb wiederum verstecken zu müssen und nicht glücklich, enthusiastisch durch die Gegend springen zu dürfen. Nun veränderte ich die Relation, die mich sogleich schlank fühlen ließ. Sobald nun die Unzufriedenheit mit sich selbst und der damit verbundene Druck und die Selbstkritik aufhören, hören Kompensationsmuster auf – und genau dadurch (was in diesem Fall übermäßige Essanfälle waren) nimmt man automatisch ab, weil sich das Essverhalten normalisiert. Ich stellte mir zudem die Frage: „Wenn ich wirklich davon überzeugt bin, schlank zu sein, wie würde ich mich dann verhalten?“. Von nun an unterzog ich also jede, wirklich jede meiner Handlungen dieser Frage und stellte fest, dass ich unfassbar viele Vermeidungs- und Scham-Muster aufgebaut hatte, die alle damit verbunden waren, mich zu verstecken, weil ich mich so dick fühlte – und genau die musste ich nun sukzessive in „Ich fühle mich schlank, stolz und voller Freude“-Handlungen wandeln:
Ich wollte lieber zu Hause bleiben, weil ich mich unwohl fühlte? Ab jetzt ging ich raus.
Ich saß am Tisch und hielt den Arm vor den Bauch, damit man nichts sehen konnte? Ab jetzt legte ich die Arme offen vor mich.
Ich verzichtete auf den Nachtisch, weil ich nicht zu viel essen wollte? Ab jetzt aß ich, worauf ich Lust hatte.
Ich traute mich nicht, zu sagen, dass ich etwas nicht mag, und quälte es mir dem anderen zuliebe rein? Ab jetzt bat ich um ein anderes Essen oder aß mit gutem Gefühl nichts.
Ich wollte dem alten Kotz-Reflex nach dem Essen folgen? Ab jetzt behielt ich alles bei mir.
Ich wollte mir einen schwarzen Pullover kaufen? Ab jetzt kaufte ich den roten.
Ich wollte unscheinbar sein? Ab jetzt trug ich roten Lippenstift.
Ich wollte bescheiden „Nein, danke“ sagen? Ab jetzt sagte ich „Na klar!“.
Lass uns noch mal ganz konkret festhalten: es hatte sich erstmal rein gar nichts an meiner Realität verändert. Ich wog immer noch identisch, ich machte keinen Sport und keine Diät. Aber IN MIR hatte sich ALLES verändert. Ich handelte plötzlich aus einer anderen Identität. Ich hatte begriffen, dass die Quelle meines Frusts meine Selbstkritik und ein mir schadender Vergleich war. Und noch etwas: ich merkte, dass die Essstörung weit über Essen hinausging. Ich begriff, dass Essen eine Kompensationshandlung und ein Denkmuster in mir als Reaktion auf Integritätsverletzung war. Jedes Mal, wenn ich Situationen erlebte, in denen ich nicht zu meiner Wahrheit stand („Ich hab eigentlich gar keinen Hunger. Ich hab eigentlich gar keine Lust, hier zu sein. Ich werde beleidigt und wehre mich nicht. Ich fühle etwas und spreche es nicht aus. Ich habe eine Überzeugung, aber halte sie zurück. Ich habe einen Wunsch, aber folge ihm nicht.“), war Essen die Reaktion als Umgang mit dem zurückbleibenden schlechten Gefühl, um es nicht mehr spüren zu müssen. Und somit arbeitete ich nun sukzessive daran, diese Momente ausfindig zu machen, in denen ich im Loop integritätsverletzend mit mir selbst handelte – und wandelte sie. Zack, kein Bedürfnis mehr nach Frustessen oder Frusthungern.
Lass es uns wieder abstrahieren: wir verändern nicht die Umstände und auch nicht andere Menschen. Wir lassen alles so, wie es ist. Weil alles, so wie es ist, vollkommen richtig und wunderschön ist. Nichts, weder eine Vollstreckungsankündigung des Finanzamtes, 20 Millionen Euro Schulden, der Tod deiner Mutter, ein krankes Kind, eine Scheidung, narzistische Eltern, ein Autounfall, Fremdgehen, eine Fehlgeburt, eine gescheiterte Meisterschaft, Insolvenz oder Krebserkrankung sind Grund für Weltuntergang. Autsch. Das wollen wir jetzt aber nicht hören, richtig? Wir wollen doch niemals solche schrecklichen Erlebnisse, richtig? Sind die nicht Ausdruck von Scheitern und Unglück?
Die Bewertung in „Scheitern, Unglück, Ausweglosigkeit“ ist eine Konditionierung und das Denken in destruktiven Relationen, die dich „dick“ fühlen lassen. Du erinnerst dich? Ich fühlte mich dick, wenn ich mich mit Heidi Klum verglich, und sofort schlank, wenn ich mich mit einem Sumoringer verglich. Und ganz im Sinne eines stolzen Sumoringers konnte ich doch einfach stolz durch die Welt laufen.
Lass uns das böse Thema „Fremdgehen“ betrachten. Nehmen wir an, dein Partner wäre fremd gegangen. Klarer Grund für Vorwürfe und Scheidung, so haben wir es alle bei Rote Rosen gelernt, richtig? Was aber wäre, wenn du dir bewusst machst, dass du Monate, vielleicht sogar Jahre vorher deinem Partner bereits signalisiert hast, dass du unzufrieden mit ihm bist und keine Lust mehr auf ihn hast? Wenn du schon lange nicht mehr versucht hast, ihn zu verstehen und ihm wirklich eine Freude zu machen? Wenn du schon lange nicht mehr wirklich zugehört hast, was er wirklich liebt und wovon er träumt? Wenn du schon lange nur noch an ihm herumgemeckert oder ihn mit den Augen des Kritikers angeschaut hast? Und jetzt willst du mir erzählen, dein Partner müsse aber ein Übermensch sein, der diesen emotionalen Schmerz zu ertragen hätte, wenn er dich wirklich liebt? Bullshit. Und das weißt du auch selber. Das meine ich mit Perspektivwechsel aka Relationsverschiebung. Denn wir können noch einen Schritt weiter gehen: jetzt stell dir vor, du warst 20 Jahre mit deinem Partner zusammen, der sich ein Bein für dich ausgerissen hat. Und jetzt, nach 20 Jahren geht er fremd und erzählt es dir aus Scham vielleicht nicht mal, du findest es versehentlich heraus, er hat also auch noch gelogen. Was nun? Jetzt willst du aufgrund dieser einen menschlichen Schwäche seine Liebe und Vertrauenswürdigkeit in Frage stellen? Nachdem er dir 20 JAHRE treu war? Darauf mit Drama zu reagieren, ist pures Baden in Selbstmitleid. Stell dir also die identitätswandelnde, selbstermächtigende Frage: „Wenn ich jeden Menschen immer lieben kann und immer voll und ganz geliebt werde, wie würde ich dann jetzt handeln?“. Statt aus dem verletzten Ego zu reagieren, gehst du nun in die liebende Identität, die den wahren Schmerz und den tiefen Wunsch nach Verbundenheit seines Gegenübers sieht und aus diesem Erleben heraus auf den anderen zugeht, ihm emotionalen Halt gibt und einen kompletten Neustart aus einer neu sortierten, gestärkten Innenwelt wählt. Jetzt ist dieses Erlebnis kein Grund mehr zur Trennung, sondern führt euch TIEFER zusammen, weil ihr dadurch in einen komplett neuen, viel tieferen und ehrlicheren Austausch gelangt als jemals zuvor. Jetzt entsteht echte Veränderung und tiefe Liebe. Und ja, selbstverständlich wäre es schöner gewesen, wenn es dieses schmerzhafte „Erwachen“ nicht gebraucht hätte, aber manchmal begreift man die Bedeutung eines Empfindens erst dadurch und dann muss man damit umgehen, statt damit zu hadern. Der destruktive Loop wäre, wenn du ständig die Augen vor den Wünschen des anderen verschließt und so immer wieder solche schmerzhaften Erwachungsmomente brauchst, um dich endlich mal damit zu beschäftigen, den anderen in seiner Essenz zu verstehen.
Was hiermit nicht gemeint ist, ist ein sich Schönreden eines Erlebnisses, während gleichzeitig in Wahrheit immer noch ein negatives Gefühl damit verbunden ist. Das führt einfach nur zur Tabuisierung von Erlebnissen und Empfindungen – das funktioniert nicht. Es muss auf echte, fühlbare Bewusstwerdung in dir stoßen, dann hat es einen Effekt. Es muss dieses Gefühl auslösen: „Heilige Scheiße, du hast recht! Was für einen Bullshit erzähle ich mir da bloß? Wie konnte ich denn so egozentrisch, panisch, verbohrt, unlogisch, blind denken?“
Nehmen wir die Situation, ein Mann hätte viel Geld in den Sand gesetzt und stünde nun vor der Insolvenz mit Millionen Schulden. Klares Scheitern, richtig? „Kein guter Umgang mit Geld.“, „Er hat sich verzockt.“, „Er wollte zu viel.“, „Jetzt kann er nur noch mit der Schuldnerberatung eine Lösung finden.“. Was aber wäre, wenn all diese Schritte kein Fehler, sondern notwendig waren, um auf ein komplett neues Wohlstandslevel zu gelangen, nachdem er erkannte, dass das Level, auf dem er sich zuletzt befand, immer noch zu viele Freiheitseinschränkungen mit sich bringt und nur der Befreiungsschlag in die vorübergehende Instabilität ihn aufs nächste Level heben kann? Und nun sieht es kurzfristig nach Totalschaden aus, aber was wäre, wenn er dabei die größten Learnings und echtes Know-how aufgebaut hat und jetzt vielleicht zwischenzeitlich oder ab jetzt für immer genau diese einzigartige, authentische Expertise verkauft – und schwups, von heute auf morgen sofort Einnahmen hat, die die gesamte Situation ohne Insolvenz lösen und zudem dann auch noch seinen ursprünglichen Plan realisieren? Einzige Voraussetzung: NIEMALS IN DIE „Ich bin ein Versager. Ich habe unendlich hohe Schulden. Ich kann nichts. Ich bin insolvent.“-Identität eintauchen!!!!!! NIEMALS!!!! Du bleibst in jedem Moment in der „Ich bin genial. Ich bin reich. Ich weiß, was ich tue. Meine Wünsche gelingen. Alles kommt mit Leichtigkeit zu mir. Alles geschieht perfekt. Alles realisiert sich.“-Identität und lässt nicht zu, dass dein Gehirn dir destruktiven Scheiß erzählt, der dich lähmt.
Nun stell dir vor, du hättest narzistische Eltern. Immer wieder verletzen sie dich emotional so unfassbar, mischen sich ein und scheinen keine Gelegenheit auszulassen, dir unter die Nase zu reiben, was du gerade noch alles falsch machst und worin du versagst. Ok. Was nun? Kannst du sie verändern? Nein. Ja, das tut weh. Und du darfst weinen und schreien und wütend sein. Aber was du nicht tun darfst, ist, dir ihre Worte zu Herzen zu nehmen und aufzugeben. Das ist der entscheidende Unterschied. In dem Moment, wenn du zulässt, ihre „Versager-Identität“ zu sein oder gegen ihre Worte ankämpfen, ihnen etwas beweisen zu müssen, wirst du ihre Marionette. Stattdessen bleibst du in deiner „Ich bin glücklich und genau richtig“-Identität. Du gehst nicht auf ihre Worte ein, du verschwendest keine einzige Minute mit ihren Ängsten und Vorwürfen. Du gehst deinen Weg und gehst immer wieder in Dankbarkeit und Freude auf sie zu. Du sorgst für den Abstand, der euch eine liebevolle Beziehung ermöglicht, und bleibst in deiner Größe. So bleibst du Herr deiner Realität – und genau das verändert dein Erleben. Sie werden zu einem bellenden Hund, dem du keine weitere Beachtung mehr schenkst. Und in dem Moment, wenn du im Reinen mit dir (und den Vorwürfen) bist, hören sie auf zu bellen. Und dann bist du einfach ein Mensch mit Eltern und niemand braucht mehr die Pathologisierung.
Du empfindest Menschen als respektlos? Sie kommen zu spät, entschuldigen sich nicht, sagen verspätet ab, räumen nicht auf? Was wäre, wenn in Wahrheit deine Erwartungen vollkommen überzogen sind, dein Blick extrem egozentrisch und überheblich ist – und du dir nie die Zeit genommen hast, ihnen wirklich zuzuhören und Verständnis für ihr Verhalten zu entwickeln und zu merken, dass es absolut nichts mit dir zu tun hat? In dem Moment, wenn du begreifst, dass es keine Abwertung gegen dich ist, kannst du loslassen und einfach entspannt das Schauspiel beobachten. Sie kommen zu spät? Cool, Zeit zum Kaffeetrinken. Sie entschuldigen sich nicht? Cool, es fällt ihnen schwer und du kannst mit Milde und einem wissenden Lächeln darauf reagieren, wodurch es ihnen zukünftig immer leichter fallen wird, sich zu entschuldigen, weil sie mit dir die Erfahrung verinnerlichen, dass du es nicht erzwingst. Sie sagen verspätet ab? Cool, Zeit zum Üben, dein Wohlbefinden nicht vom Eintreten eines Plans abhängig zu machen. Sie räumen nicht auf? Cool, übe das Loslassen deiner Ordnungserwartungen und kreiere ein System, das sie aus sich selbst heraus in die Verantwortung bringt – wodurch hätten sie selbst ein Interesse daran, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgeräumt ist? Und alles andere lässt du los, weil es nicht deine Verantwortung ist. Zugleich kannst du prüfen, inwiefern es dich nur deshalb aufregt, weil du selbst vor anderen einen bestimmten Eindruck hinterlassen möchtest, der damit gefährdet ist – und nun schiebst du die anderen vor, aber in Wahrheit solltest du endlich mal daran arbeiten, dich nicht durch die potenzielle Meinung anderer unter Druck setzen zu lassen, sondern dich sowohl ordentlich als auch unordentlich zu lieben. Zack, ist dein Leben viel lustiger und entspannter.
Du hast eine Vollstreckungsankündigung des Finanzamtes erhalten? Was für ein Versagen? Zuallererst: das ist Beamtendeutsch, kein Grund zur Panik. Manchmal entstehen Situationen, in denen eine Zahlung nicht sofort getätigt werden kann und du die Mahngebühren einfach in Kauf nehmen musst, weil es dir etwas Luft und Zeit verschafft. Und dann gehst du proaktiv ins Gespräch, machst einen Lösungsvorschlag – und fertig. Da sitzen Menschen. Und die haben dich lieb und sind kooperativ, wenn sie merken, dass du dein Bestes gibst und dran bist und es zahlen willst. Nur wenn sie Verschleierungstaktiken oder ein Rauswinden aus der Verantwortung fühlen, schließen sie ihre Türen. Bleib im Kontakt und schlage Lösungen vor, dann gibt es immer einen Weg! Aus Angst vor einer solchen Situation wichtige Schritte nicht zu gehen, wäre viel, viel schlimmer! Eine solche Situation ist lösbar und vielleicht sogar manchmal notwendig, um etwas Großes für die Gesellschaft zu erschaffen. Stell dir die Frage: „Stirbt dadurch jemand?“ Und die Antwort ist: Nein. Wenn eine Zahlung 12 Monate später kommt (aber sie kommt!!!!), dann ist das Mist, aber es ist kein Weltuntergang.
Nehmen wir als letztes noch das Beispiel, dein Kind würde schlecht schlafen. Nun habe ich zufälligerweise drei völlig unterschiedliche Kinder, die dennoch alle von Anfang an super geschlafen haben, ein- bis zweimal pro Nacht für 2 Minuten wach wurden und dann liebend gern bis 11 Uhr schliefen. Kinder sind ein wunderschönes Beispiel dafür, wie wir selbst eine Drama-Realität erschaffen, denn sie sind so herrlich feinfühlig, dass sie jede Unruhe, Sorge und Angst in uns spüren und darauf ebenso unruhig und ängstlich reagieren. Wollen wir also gut schlafende Kinder, müssen wir daran arbeiten, was bei uns sorgenvolle, ängstliche, gestresste Gedanken auslöst, die dann auf das Kind ausstrahlen, und was wir stattdessen denken und wie dir dann handeln können. Selbstverständlich war ich beispielsweise nicht tatenlos, damit meine Kinder gut schlafen. Unsere Tochter war tatsächlich einfach ein guter Schläfer, meine Söhne jedoch hatten einen starken Moro-Reflex, der sie weckte. Ich tat also vier Dinge: Ich legte sie zum Schlafen auf den Bauch (was viele Ärzte ablehnen, weil dadurch angeblich der Plötzliche Kindstod begünstigt würde), ich hielt sie anfangs einmal pro Nacht zum Kacken in Beine angedrückter Haltung übers Klo, um ihre Verdauung und Entledigung zu unterstützen, sie schliefen immer im Familienbett, sodass sie sowohl unsere Geräusche und Bewegungen als Beruhigung hatten als auch ich stets spüren konnte, dass alles in Ordnung ist und ich stille entspannt im Liegen. Ich hatte keine Erwartung daran, wie sie zu schlafen haben. Hinter diesen Handlungen stand der felsenfeste Glaube (Loop), dass jedes Kind gut schläft und es völlig logische UND veränderbare Gründe gibt, wenn dies kurzzeitig nicht der Fall sein sollte – und genau aus diesem stärkenden Loop und der „ich habe gut schlafende Kinder“-Identität suchte ich nach Wegen. „Schlecht schlafen“ war ganz simpel KEINE OPTION für mich. Ich habe den felsenfesten Glauben, dass die Menschheit nicht überlebt hätte, wenn Babys von Natur aus schlecht schlafen würden. Diesen Loop findest du in meiner Lebensgeschichte und meinem Umgang mit Menschen überall. Ich stelle mir bei allem die Frage: „Hätte die Menschheit bis heute überlebt, wenn diese Behauptung wahr wäre?“ – und 99% der Theorien stellen sich damit sofort als völliger Bullshit heraus.
Ich wiederhole es noch mal: ja, JEDES Erleben hast du dir selbst kreiert. Das heißt nicht, dass du „Schuld an dem Scheiß“ bist und du das hättest besser kreieren können, und es heißt auch nicht, dass das Verhalten anderer damit gerechtfertigt werden soll. Es heißt: „Hey, alles ist genau richtig. Hierin liegt grad die Chancen, genau das zu erreichen, was du dir die ganze Zeit in Wahrheit gewünscht hast. Mach die Augen auf, sieh das großartige Gelingen und nutze die Chance!“.
Leben ist keine Ideallinie, die wir zu befolgen hätten, und jedes Abweichen wäre Versagen. BULLSHIT! Du musst in deinem Leben bestimmte Erlebnisse durchleben, weil sie deinen Muskel stärken, unabhängig aller Umstände in jedem Moment zutiefst aus deiner inneren Autorität zu handeln. Und wenn du bereit bist, wirklich für deine größte Erfüllung den Lebensstandard deiner Eltern zu überwinden und ein wirklich erfülltest und freies Leben zu kreieren, dann ist es pure Logik, dass du verschiedene vermeintliche Tiefpunkte des Loslassens und der vermeintlichen Krise durchlebst, weil du dafür massiv investieren und alle alten, begrenzenden, destruktiven Konditionierungen deiner Familie und auch der Gesellschaft durchbrechen musst. Dass das Instabilität mit sich bringt, ist NORMAL! Du musst erstmal lernen, wie man ein Milliardenvermögen aufbaut und mit der damit einhergehenden Verantwortung und den Aufs und Abs umgeht, richtig? Selbst, wenn du dieses Vermögen von Geburt an durch deine Familie hättest, musst du trotzdem selber einen Umgang damit erlernen und, genauso wie deine Eltern zuvor, Fehler machen, Schwankungen halten und dich aus dem emotionalen Tief selber herausholen und tief in dir ankern, dass das kein Weltuntergang ist, sondern genau darin die wichtige Information zu finden ist. Oder du bist sehr stark als Peoplepleaser aufgewachsen und brichst nun aus diesen Mustern aus: dann wirst du erstmal Verlust und Schmerz erleben, denn bis dahin hast du dir ein Umfeld aufgebaut, das nicht damit umgehen kann, wenn du ihre Erwartungen enttäuschst, und manch einer wird daraufhin gehen. Das ist normal und unvermeidbar. Von „Fehler“ oder „Versagen“ zu sprechen, wenn in dieser Phase jemand geht, wäre völliger Quatsch. Wenn du aber durchgängig ständig in Konflikte gerätst, die du dir dann auch noch wohlmöglich zu Herzen nimmst und in Kampf gerätst, dann ist es ein destruktiver Loop. Entscheidend ist, dass du die destruktiven Loops durchbrichst und mit jedem Schritt tiefer aus deiner wahren selbstermächtigten, reichen, gesunden, glücklichen, selbstbewussten, ehrlichen, liebenden, entspannten, integren Identität handelst.
Ein kleines letztes Beispiel für das Gelingen jeder Situation:
Für meine Resort-Vision hatte ich einen Geschäftspartner. Ein Jahr lang war ich in Verhandlungen mit ihm. Es war ein Hin und Her und zuletzt war ich unglaublich glücklich, weil wir endlich zu einer Einigung kamen. Dann kam ich jedoch in einen finanziellen Engpass und machte einen Vorschlag, gemeinsam das Risiko zu tragen und mir ein Darlehen zu geben, das komplett bei erfolgreicher Umsetzung (wovon wir ja beide ausgehen sollten) zurückgezahlt werden sollte. Und von einer Minute auf die andere verabschiedete er sich aus dem Projektvorhaben. Boom. Schockmoment. Hatte ich zu viel gefordert? War das unangemessen? War ich zu ehrlich? War ich ungeschickt? Hätte ich besser taktieren sollen? Aber meine zutiefste Wahrheit war: ich will nur mit Menschen zusammenarbeiten, denen mein Wohlbefinden genauso wichtig ist wie das eigene, die fair sind, gemeinsam das Risiko tragen und transparent, verständnisvoll, Glück wünschend und in jedem Moment meine Stärke, Kompetenz und mein noch viel größeres Potenzial sehen und meine Vision ebenso unbedingt realisiert sehen wollen, weshalb sie mich niemals fallen lassen, sondern immer für mich kämpfen und mich unterstützen. Und obwohl mich die Absage im ersten Moment unfassbar traf, wusste ich eine Sekunde später, dass es genau das war, was ich eh schon die ganze Zeit als Inkongruenz gespürt hatte, aber stillschweigend so hinnehmen wollte (was mir dann aber später nach Vertragsabschluss um die Ohren geflogen wäre, weil es eben nie ein wirklich committeter Partner war). Was war aber der wahre Segen dieser Zusammenarbeit und weshalb hatte sich all die monatelange Arbeit unfassbar gelohnt? Weil ich kurz zuvor durch ihn einen Kontakt zu einem Vorstandsvorsitzenden erhalten hatte, der mir unglaublich wohlgesonnen war, wodurch sich nun alles Weitere im Turbogang realisieren ließ, was zuvor nicht möglich gewesen wäre. Wieso also hätte ich wütend, enttäuscht oder demoralisiert sein sollen? Ich hatte doch das größte Geschenk erhalten! Ein wiederkehrender „Ich werde verlassen, Menschen enttäuschen mich“-Loop würde entstehen, wenn ich dieses Gelingen nicht sehen und deshalb wütend oder reuevoll zurückbleiben und nicht erkennen würde, inwiefern ich mir selber durch meine Unklarheit aus Angst vor Verlust dieses Menschen diese Situation des Verlassenwerdens kreiert hatte. Ich hatte Angst, von diesem Menschen abhängig zu sein, weil ich noch nicht das tiefe Vertrauen in mir geankert hatte, allein durch die Power meiner Vision genug zu sein. Aber wenn wir davon ausgehen, dass das Leben niemals Fehler macht, dann war eben auch genau das wichtig, um das Geschenk zu erhalten, auch bei Verlust gelassen zu bleiben, mir selbst genug zu sein und deshalb alle weiteren Schritte gehen zu können. So konnte ich das Handeln aus meiner inneren Autorität noch tiefgehender differenzieren und trainieren.
Geh niemals in den Widerstand mit dem Leben. Es ist perfekt. Lass Trauer fließen, wie sie kommt. Und dann schau genau hin, dann siehst du, dass alles gelingt und dir in jedem Moment Großartiges geschenkt wird.
In Liebe, Leonie