28. Oktober 2025

Was wir finden wollen, ist der Weg, wie das, was wir brauchen (tolle Kunden und eine Entwicklungsspielwiese für unser geniales Team), ein logisches Nebenprodukt eines notwendigen Wunsches ist, für den daher ein anderer gerne Geld bezahlt.
Der Mensch hat nur begrenzt Zeit & Energie: je zielgerichtetere Fragen wir uns also stellen, desto effizienter gehen wir mit diesen Ressourcen um – und kreieren die genialsten Ergebnisse und Wege, weil wir im Fokus behalten, worum es wirklich geht, statt wie die meisten auf Abwege zu kommen, weil die Welt ständig an uns zerrt und andere Dinge für wichtiger erklärt.
Aber erst ein kurzer Exkurs:
Wieso wurde der Apple II so ein Erfolg?
Es wurden über 5 Millionen Exemplare weltweit verkauft. Das sind rund 10 Milliarden USD in damaliger Kaufkraft. Er war ein Jahrzehnt lang für 80% des Umsatzes von Apple verantwortlich. Wieso? Weil es so ein tolles Lifestyle-Gerät war? Weil er so ein hübsches Design hatte? Weil man ihn herumtragen konnte? Nein.
Mal abgesehen davon, dass es der erste echte Personal Computer war, denn alles zuvor waren riesige Maschinen nur für Universitäten, Unternehmen und Hobby-Programmierer mit Lötkolben. Der Apple II hatte Farbe (was selten war), war fertig zusammengebaut und konnte direkt mit Tastatur und Fernseher benutzt werden. Das war revolutionär!
Steve Jobs und Steve Wozniak hatten aus Komponenten, die jedem Menschen (und Unternehmen wie IBM) zur Verfügung standen, etwas komplett Neues durch Kombination und Nutzenfokussierung kreiert.
Aaaaaaaber…..
Der Apple II wäre niemals ein Verkaufsschlager geworden. Denn was Steve und Woz nun verstanden, war die wahre Revolution: Menschen kaufen nicht die Hardware – sie kaufen das, was man damit machen kann. Hardware ohne Software ist also nutzlos.
1979 erschien VisiCalc, die erste Tabellenkalkulation der Welt – ein Vorläufer von Excel – und lief exklusiv auf dem Apple II. DAS machte ihn zum Verkaufshit. Wer kaufte nun die Geräte? Es waren Businessleute. Für ihr Büro, für ihr gesamtes Team, für sich selbst. Schulen und Universitäten kauften den Apple II. Es waren die großen Institutionen, für die der Computer einen ganz anderen Nutzen erfüllte: er sparte massiv Zeit & Energie – und somit Geld. Er ließ sie ihre notwendigen ToDos, Probleme und Wünsche effizienter und glücklicher lösen und erreichen, die wieder zu Millionen USD Einnahmen oder Einsparungen führten. Der Computer wurde ein logisches Nebenprodukt zur Zielerreichung – und somit der Kauf eine Selbstverständlichkeit, denn der Nutzen war weit größer als das Invest. Dasselbe Prinzip gilt für iPhone & iPod: was man damit machen kann, was es befreit – darum geht es.
Lass das kurz wirken. Mach dir die tiefgehende Bedeutung dieser Kausalkette bewusst. Denk weiter darauf herum. Sie wird dir Millionen einbringen, wenn du sie umsetzt.
Aber wir wollen größer…
Wann wird ein Produkt ein cooles Lifestyle-Produkt, das dann auch alle anderen haben wollen, obwohl es preislich eigentlich über ihren Möglichkeiten liegt? Wenn es die Coolen tragen. Und wer ist das außerhalb der Schule? Die Businessleute. Wenn die in New York mit einem iPhone rumlaufen, weil es am effizientesten und entspanntesten ihre Bedürfnisse erfüllt… wollen ALLE ein iPhone haben. So funktioniert Marktdurchdringung: Du fokussierst dich auf das High End Angebot, das erstmal nur einer Elite zur Verfügung steht, und erfüllst ihre Bedürfnisse nach besten Möglichkeiten. Und nun wird es wirken… der Mensch will den Coolnessfaktor, aber vor allem will er: den Luxus, ebenso Zeit & Energie sparen zu können wie die coolen Businessleute, die sich keine Gedanken um Geld machen müssen.
Für Steve Jobs war es klar, von Anfang an mit Investoren zu arbeiten. Warum eigentlich? In Deutschland begegne ich permanent Unternehmern, die mir stolz erzählen, alles mit Eigenkapital zu finanzieren und keine Investoren zu wollen. Klar, Abhängigkeit fühlt sich immer blöd an und selbstverständlich scheint es erstrebenswert, alles alleine zu schaffen. Und Außenstehende wollen dann ja auch was, selten geben sie dir Geld zinslos. Gleichzeitig ist es auch bescheuert, Cashflow und Eigenkapitalquote zu opfern, wenn Fremdkapital günstig oder sogar zum Nulltarif verfügbar ist.
Der Switch ist:
Lass deine Investoren die am meisten profitierenden Kunden sein.
Wie kriegen wir das hin: Wenn wir ein immens teures, Ausprobieren erforderndes Problem für jemanden lösen – hat unsere Zielerreichung den größten Nutzen für unser Gegenüber (potenziell größte Kostenersparnis) und somit ist dieser bereit, das Risiko zu tragen und in die Pre-Seed-Phase zu investieren. Die Pharmaindustrie ist das simpelste Beispiel dafür.
Investoren sind nichts Schlimmes. Sie sind langfristig treue Kunden mit besonderer Risikobereitschaft. Und dass du als Unternehmer Beziehungsdynamiken und Kommunikation zu erlernen hast, steht ohnehin außer Frage. Ich weiß, du hast keine Lust, dass dir Menschen reinreden. Aber jeder Kunde ist ein Mensch, also lerne es, deiner Vision treu zu bleiben und zugleich die sinnvollen Interessen deines Gegenübers zu berücksichtigen.
Erinnere dich: wir wollen eine Entwicklungsspielwiese für unser geniales Team, um Revolutionäres zu kreieren. Und das geht am schnellsten mit Investoren, um nicht ständig dem Verkaufen hinterherrennen zu müssen.
Wie kommen wir also in diese komfortable Lage?
Stell dir folgende Frage:
Welches immens kostenintensive Problem lösen wir (nebenbei) durch die Entwicklung unseres Angebotes?