Phänomenologie als servant Leader

Nur durch eine Perspektive der reinen Beobachtung können wir überhaupt als servant Leader agieren. Wie gelingt sie?

In unserer Kindheit lernen wir sehr schnell, alles durch die Brille des Urteils und der Einsortierung in Gut und Böse, Richtig und Falsch zu sehen. Und ein weiterer Aspekt kommt hinzu, den kaum jemand kennt und der maßgeblich unsere Wahrnehmung und Gedanken beeinflusst: das Gruppengewissen.

Solange wir uns in einer gewohnten Umgebung befinden, haben wir ein bestimmtes Empfinden für Gut und Böse, Richtig und Falsch. Gegessen wird zu Hause aus Plastikgeschirr: falsch. Die Socken liegen auf dem Fußboden: falsch. Die Rechnung wurde nicht bezahlt: falsch. Die Tür wird bei Klingeln geöffnet: richtig. Wie ferngesteuert reagieren wir auf die entsprechenden Ereignistrigger und korrigieren sie so, dass sie sich stets richtig anfühlen, und fühlen ein schlechtes Gewissen, wenn wir es nicht tun. Nun ist es aber so, dass in anderen Gruppen mitunter ganz andere Regeln für Gut und Böse, Richtig und Falsch herrschen. Dort ignoriert man das Klingeln der Tür, man lässt die Socken einfach liegen, schmeißt das Plastik einfach in den Müll nach dem Essen und die Rechnung landet im Papierkorb. Klingt für unsere Ohren absurd, kann aber in einem anderen Land unter ganz bestimmten Bedingungen genau so der Fall sein. Doch es geht noch weiter: unser Gehirn vollbringt es, Dinge radikal auszublenden, wenn die Gruppe entschieden hat, etwas „nicht sehen zu wollen“. Hast du schon mal in einer vollen Schublade nach einem weißen Gegenstand gesucht? Und ihn dann nicht gefunden? Und später hast du gemerkt: „Oh, er war doch schwarz.“ Genau: dein Gehirn hat alles ausgeblendet, was nicht der Erwartung entsprach. Als Kind beobachten wir die Erwachsenen und adaptieren ihren Umgang mit der Realität. Im Verlauf des Lebens akzeptiert der Mensch viele Dinge als unveränderbar und entwickelt auf dieser Basis Verhaltensmuster, die ihm ein erträgliches Leben trotz dieser einschränkenden Gegebenheiten ermöglichen. Du kennst bestimmt die Geschichte von dem Tiger, der einen Splitter im Fuß hat? Anfangs schmerzt es, er muss aber weiter für sein Leben sorgen und so beginnt er, völlig unergonomisch zu laufen, um dem Schmerz zu entgehen und weiter jagen zu können. Und so humpelt er schließlich seit Jahren, weiß gar nicht mehr, wie es dazu kam – und lebt zugleich, als wäre alles bester Ordnung. Auch sein Umfeld hat sich seit Jahren daran gewöhnt, dass er eben humpelt und spricht nicht darüber, dass das eigentlich seltsam ist, weil er doch gar keine angeborene Laufschwäche hatte. Ein Kind, das nun in diese Familie geboren wird, empfindet es als normal, dass ein eigentlich gesunder Mensch humpelt. Sein Gehirn blendet diese Unnormalität einfach aus und hinterfragt es auch nicht, weil ja alle Erwachsenen auch einfach so damit leben und so tun, als sei das normal/richtig. Und so blendet das Gehirn unbewusst alles aus, was dem Gruppengewissen nach nicht erwähnenswert oder ein Tabuthema ist. Doch damit noch nicht genug: unser Unterbewusstsein ist ultimativ intelligent und das führt dazu, dass es seine Wahrnehmung ändern kann, je nachdem in welcher Gruppe es sich gerade befindet und welche Regeln dort herrschen. Es nimmt hochsensibel Tabuthemen wahr und passt sein Denken und Empfinden entsprechend an, um nicht Gefahr zu laufen, als Störfaktor oder Feind ausgeschlossen zu werden. 

Wir wissen also, dass unser Gehirn in Millisekunden diese Sortierung in jedem Moment vornimmt. Unser Vorstellungsvermögen, was noch alles möglich wäre, können wir nicht einfach so erweitern, selbst wenn wir den Mechanismus bestens kennen. Das Problem dabei ist, dass unser Gehirn im Moment der Sortierung alle anderen Möglichkeiten ausblendet und nur noch diese eine Urteils- und Handlungsoption übrig lässt und uns somit massiv darin einschränkt, anders und neu zu agieren, um eine komplett neue Realität und Zukunft zu erschaffen. Doch das alte Reaktionsmuster erneut abzuspulen, hält uns fortlaufend im selben Ergebnis fest. Es ist also essenziell, aus diesem Mechanismus bewusst auszusteigen und eine Perspektive einzunehmen, die uns in jedem Moment mehr sehen lässt, als 99% aller Menschen dort erkennen, weil sie zu viel ausblenden und zu mechanisch ihren Mustern folgen.

In der Phänomenologie ist es unser Bestreben, Erscheinungen als neutraler Beobachter wahrzunehmen und daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das Ziel ist, jede einschränkende Vorannahme, begrenzende Prognose und Beziehungsdynamik herauszufiltern und uns nur auf das zu fokussieren, was wahrhaftig da ist. Nur in diesem Raum der Gegenwart können wir tatsächlich zielführende Aussagen und Entscheidungen treffen. 

Dazu ist es wichtig, sich noch einmal den Mechanismus des Gehirns bewusst zu machen, allzu gern aus vergangenen Erfahrungen auf die Zukunft zu schließen, das Glas halb leer zu sehen, voraus zu interpretieren und Einschränkungen als Fakt zu postulieren. Die erste Frage ist daher immer: „Ist es (wirklich) ein Naturgesetz? Überall?“ Damit fliegen bereits 99% aller als Fakt deklarierten Aussagen raus.

Vergangenheitserfahrungen müssen eliminiert werden. Ja, hier schreien jetzt alle älteren Menschen auf und beschweren sich, ihr Erfahrungsschatz sei aber so wichtig, das hätten sie auch schon zig Mal bewiesen. Ich weiß. Das Problem ist die self-fulfilling Prophecy: unser Gehirn sucht immer Beweise für unsere Vorannahmen und somit kreiert es sich selbst das, was es zuvor als Verlauf der Zukunft entschieden hat. Somit glaube ich natürlich jedem, der behauptet, alles sei immer genauso wie vorhergesagt eingetroffen – nur unser Ziel ist ein ganz anderes! Wir wollen in den ergebnisoffenen Raum eintauchen und aus dieser offenen Haltung für die unendlich vielen Möglichkeiten die Zukunft erschaffen. Ja, unser Alter bringt uns Kompetenz – aber diese ist nur etwas wert, wenn wir bedingungslos in jedem Moment offen für Überraschungen und Wunder sind, statt das Leben dafür zu missbrauchen, vergangene Erfahrungen und Glaubenssätze bis zum Tod in Stein zu meißeln und in Dauerschleife zu wiederholen (inklusive aller Vor- & Nachteile sowie Begrenzungen und Schicksale für dich und deine Mitmenschen).

Nun werden wir konkret. Wie gelingt es?

Die phänomenologische Beobachtung ist ein Bewusstseinszustand und diesen kreieren wir durch ein inneres Bild. Unser Gehirn „denkt“ in inneren Bildern und kreiert auf dieser Basis seine Realität. Der effektivste Hebel, unser Empfinden nachhaltig zu verändern, ist also, die inneren Bilder zu verändern.

Ich möchte, dass du dir als erstes bewusst machst, dass das hier Übung braucht. Es reicht nicht, das ein paar Mal zu machen. Das hier darfst du dein Leben lang jeden Tag üben, denn je älter du bist, desto heftiger ist dein Gehirn konditioniert und rutscht immer wieder in die alten Muster. In den ersten Monaten empfehle ich dir, das hier genau auf diese bewusste Weise zu tun. Später kannst du es mit weniger Tamtam machen. Für den Start setzt du dich bitte entspannt aufs Sofa und atmest erstmal tief in den Bauch. 

1. Atme viermal tief ein und aus. Bis in die Fußspitzen. Schließe die Augen dabei und spüre, wie sich dein Herzschlag verlangsamt. Nun lege deine rechte Hand auf dein Herz. Stell dir vor, du würdest mit jedem Atemzug durch dein Herz atmen. Atme siebenmal tief ein und aus und denke dabei an die tiefste Dankbarkeit dafür, dass du lebst und hier auf der Erde wirken und Menschen führen darfst. 

2. Nun stell dir vor, du hättest überall am Körper Fäden, durch die du mit der äußeren Realität verbunden bist. Sie verbinden dich mit bestimmten Menschen, Gruppen, Gegenständen, der Vergangenheit, Zukunft, Glaubenssätzen, Limitierungen, Erwartungen, Pflichten, Schuldgefühlen, Emotionen, Ängsten, Sehnsüchten und Identitäten von dir. Sie sind überall, als wärst du eine Marionette. Spüre ganz bewusst, wie sie dich binden und begrenzen.

3. Nun stell dir vor, du würdest alle diese Fäden durchschneiden. Tu es bewusst. Das hier ist kein Schauspiel, es geht um den bewussten inneren Prozess, die Fäden durchzuschneiden. Spüre mit jedem durchgeschnittenen Faden dein Aufatmen und das Aufrichten deines Körpers. Fühle, wie es leicht wird in deiner Brust und wie du neue Bewegungsfreiheit erhältst. Dieser Part war nur erfolgreich, wenn du es wirklich körperlich FÜHLST. Vorher stehst du nicht auf. FÜHLE ES! Und beobachte genau, wo es dir plötzlich schwer fällt, welche Gedanken dabei hochkommen und was du vielleicht sogar gar nicht durchschneiden willst, weil es dir bislang immer Sicherheit gegeben hat. Um bis zu dem Punkt zu kommen, an dem alle Fäden wirklich emotional durchgeschnitten sind, brauchst du bei den ersten Malen äußere Führung. Wie gesagt: das ist nur wirksam, wenn du es als echten inneren Bewusstseinsprozess erkennst und praktizierst.

4. Nimm gedanklich eine Position außerhalb aller Bindungen und Konstellationen ein. Stell es dir vor, als stündest du erst noch in einem Kreis, in dem du durch die Fäden mit allem verbunden bist – und nun gehst du einen Schritt rückwärts HINAUS aus diesem Kreis. Plötzlich ist eine gläserne Wand zwischen dir und allem, was innerhalb des Kreises ist. Spüre, wie die emotionale Bindung aufhört und du alles als neutraler Beobachter siehst: wie ein Schauspiel, das auf einem Fernseher zu sehen ist.

5. Wir wollen aus einer anderen inneren Haltung auf die Welt schauen – dazu braucht es folgenden essenziellen Perspektivwechsel: wandle alles in Erfüllung. Mangel in Fülle, Angst in Vertrauen, Wut in Liebe, Krankheit in Gesundheit, Trennung in Verbindung, Begrenzung in Unbegrenztheit, Wollen in Sein und Zukünftiges in die sofortige Gegenwart. Was heißt das? Wir müssen nicht so recht wissen, wie und was wir da tun. Hier ist das Unterbewusstsein endlich mal hilfreich, denn wir können ihm einfach ein paar vage Gedanken geben und es bastelt sich selber etwas Sinnvolles daraus. Stell dir also einfach nur vor, auch wenn es dir ungreifbar erscheint, hinter dir stünden nun „die Fülle“, „das Vertrauen“, „die Liebe“, „die Gesundheit“, „die Verbindung“, „die Unbegrenztheit“, „das Sein“ und „die sofortige Gegenwart“ in irgendeiner beliebigen Form, die dir spontan in den Sinn kommt. Verbinde dich damit. Wie auch immer das für dich aussehen mag. Stell dir vor, du würdest in ein neues Feld eintauchen, in dem Fülle, Vertrauen, Liebe, Gesundheit, Verbindung, Unbegrenztheit, Sein und sofortige Gegenwart aller Wünsche Realität wären.

6. Nun sind alle Fäden getrennt und du bist in Verbindung mit der bewusst gewählten Quelle der Erfüllung, die dich stärkt und die zielführendste Basis für Entscheidungen und Beobachtungen ist. Jetzt nimm deinen Körper bewusst wahr. Was spürst du wo? Du kommst gedanklich nur in die absolute Gegenwart, wenn deine Gedanken den Fokus darauf halten, was du jetzt gerade fühlst. Hattest du schon mal ein echtes Gefühl von Einheit beim Sex? Oder bist mit hoher Geschwindigkeit und Begeisterung Motorrad gefahren? Genau dieses Gefühl, wenn du dich wirklich fallen lässt, frei fühlst, alle Anspannungen des normalen Lebens von dir abfallen und die Gedanken nicht mehr abschweifen. Du bist vollkommen im Hier und Jetzt und dein Kopf hat keinerlei Möglichkeit mehr, sich über Vergangenes, Zukünftiges oder Interpretationen Gedanken zu machen. Diesen Zustand wollen wir. Hier kannst du wahrnehmen, was wirklich ist. Geh den ganzen Körper von oben nach unten durch und benenne es gedanklich oder laut: was spürst du wo? Wo ist es warm oder kalt? Wo ist es schwer oder leichter? Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Benenne dein inneres Empfinden mit allen Details, die du wahrnimmst. Ganz sachlich. Sie sind einfach. „Ich fühle mich sprachlos. Mein linker kleiner Zeh juckt. Ich empfinde innere Unruhe. Allmählich will ich aufspringen.“ Es IST einfach. Unemotional. Beobachte es. Ohne einem Impuls zu folgen. Nur beobachten und beschreiben.

7. Du bist nun im Hier und Jetzt angekommen. Nun betrachte das Außen. Beschreibe beobachtend, was du mit allen Sinnesorganen wahrnimmst. „Ich sehe einen schwarzen Fernseher, in dem ich mich spiegele. Er fühlt sich hart, kalt und glatt an. Ich rieche eine leichte Note von Plastik und Metall. Ich höre ganz leise den Strom der Steckdose. Die Luft schmeckt leicht trocken.“ oder „Eine Frau sitzt vor mir. Ich rieche eine leichte Note von Vanille und Ananas. Ich fühle die Wärme, die ihr Körper ausstrahlt. Ihre Augen sind leicht geschlossen. Sie lächelt den Mann neben ihr an. Ich sehe die Muskeln ihres angespannten Kiefers. Ihr Atmen klingt gleichmäßig und tief. In der Luft schmecke ich die restlichen Partikel des gekochten Essens aus der Küche. Der Mann knetet seine Hände und schaut starr auf den Tisch. Ich spüre die Kälte seiner leicht grauen Haut.“ 

Bei der Beschreibung von Beobachtungen ist es wichtig, dir immer bewusst zu machen, dass dein Gehirn durch unbewusste Mechanismen beeinflusst ist. Ein weiterer Faktor ist, dass es stets in Relationen denkt. Was du als kalt benennst, könnte ein anderer noch warm nennen, was für dich Grau ist, ist für einen anderen Weiß, was du Lächeln nennst, ist für einen anderen schon ein kritischer Blick, weil er es unbewusst mit etwas anderem vergleicht als du. Farben, Temperaturen, Körpersprache… alles durchläuft stets deinen unbewussten Vergleichsfilter. Das ist in Ordnung. Sei dir dessen nur bewusst, denn es hat ebenso stets eine realitätsbeeinflussende Wirkung und manchmal muss man genau das hinterfragen, neu definieren oder zumindest als komplette Aussage inklusive des zugrundeliegenden Vergleiches formulieren, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Mach dir zudem bewusst, dass es in unserer Biologie verankert ist, uns bekannte Körpermerkmale als sympathischer einzustufen. Was du also beim einen als Kälte und Blässe empfindest, siehst du beim anderen als Wärme und Lebendigkeit: dein Gehirn freut sich, sich selbst in anderen zu erkennen, und reagiert mit Skepsis auf unbekannte Merkmale – zugleich lehnt es in anderen ab, was es in sich selbst besonders stark ablehnt, auch hier beeinflusst es wieder unsere Wahrnehmung und lässt dich Schlussfolgerungen ziehen, die nicht der objektiven Realität entsprechen. Wir können diese Faktoren nicht eliminieren, aber indem wir uns ihrer bewusst sind, können wir akkurater hinschauen.

8. Begib dich bewusst in neue Umgebungen, Rollen und Erfahrungssituationen. Unser Unterbewusstsein blendet 95% der Realität aus, damit wir überhaupt lebensfähig sind und mit all den äußeren Eindrücken und Informationen zurechtkommen. Um dein Gehirn zu trainieren, „mehr wahrnehmen“ zu können, musst du es mit Unterschieden konfrontieren. Es ist unersetzlich, in andere Länder, Städte, Gruppen, Erlebnisse, Beziehungen und Positionen einzutauchen, weil dein Gehirn sich nur so einzelner Besonderheiten bewusst wird und einen neuen Anker für seine abgespeicherten Relationen setzt. Neben Reisen, Coachinggruppen und neu herausfordernden Aktivitäten ist die systemisch-phänomenologische Aufstellungsarbeit unersetzlich für mich, denn durch das Aufstellen von Gruppenkonstellationen begibt man sich stellvertretend in die Rolle anderer Personen: das führt dazu, bewusst „aus der eigenen Haut“ herauszugehen und sich in einen anderen Menschen einzufühlen, wodurch sich anschließend die Wahrnehmung der eigenen Empfindungen verändert und als Kontrast neu konkretisiert.

Wie entsteht Realität? Lass uns dies noch zuletzt anschauen. Existiert sie ohne dich? Nein. In jedem Moment bist du Teil des Geschehens, selbst wenn du glaubst, nicht beteiligt zu sein. Selbst wenn du eine Szene in 10 Meter Entfernung betrachtest, nimmt deine Anwesenheit Einfluss darauf. Wir können das Beobachtete nicht von unserem eigenen Einwirken befreien, wenn wir physisch oder auch nur rein gedanklich anwesend sind. Kennst du den Moment, wenn du etwas tust und dabei plötzlich an deine Mutter und einen Satz von ihr denkst? Schwups, nimmt sie Einfluss auf dein Handeln, obwohl sie gar nicht da ist. Allein der Gedanke, dass sie gerade in einer bestimmten Form an oder über dich denkt, verändert dich. Mach dir also immer bewusst, dass deine Beobachtungen immer auch die Resonanz auf deine Ausstrahlung und Anwesenheit sind und sich etwas durchaus komplett anders gestalten könnte, wenn du nicht da wärst. Umso bedeutsamer ist es, Schritt 5 zu vollziehen. Nur wenn deine Einflussnahme aus dieser Haltung stammt, sind deine Beobachtungen von Wert, weil nur dann durch sie zum Ausdruck kommt, was die Gesamtkonstellation davon abhält, aus Fülle, Vertrauen, Liebe, Gesundheit, Verbindung, Unbegrenztheit, Sein und sofortiger Gegenwart zu handeln – und dies zu wandeln, bringt zielführende Weiterentwicklung. Das ist der Grund, warum deine Beobachtungen mal hilfreich sind und mal überhaupt nicht: in bestimmten Bereichen und Situationen bist du aus deiner Prägung heraus in der inneren Haltung der Erfüllung, in manchen aber in purem Mangel, der dann deine Ausstrahlung verändert und sich dadurch als Resonanz in deiner Realität spiegelt, während du denkst, du würdest doch alles genauso machen wie immer. Nein, tust du nicht. Solange du kein Bewusstsein reinbringst, sind deine Beobachtungen der Realität das Ergebnis deiner Prägung, mal zu deinem Vorteil, mal zu deinem Nachteil.

Nimm dir 12 Monate Zeit, um diese 8 Schritte jede Woche bewusst zu durchlaufen. Beobachte jeden Tag bewusst, wie dein Gehirn den genannten Mechanismen verfällt. Mach es mit einem Sparringspartner gemeinsam und führt euch gegenseitig darin, noch weitere unbewusste Fäden zu benennen und noch detaillierter Beobachtungen und Empfindungen zu beschreiben. Nach diesen 12 Monaten wirst du nicht mehr den ganzen Prozess brauchen. Dann hast du einen neuen Standard, eine feinere Beobachtung und eine Position außerhalb des Dramas in dir verankert, die es dir ermöglicht, dich sowohl aus dem Gruppengewissen als auch fremden Emotionen und Beziehungsdynamiken hinauszubegeben und so an den viel, viel tieferen Kern der Realität zu gelangen, um daraus auf einem komplett neuen Level Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, innovative Ideen zu entwickeln und Menschen in ihrer Essenz frei von Konditionierungen und Limitierungen empowernd zu führen.

In Liebe, Leonie

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